
Todtmoos/Bad Lippspringe (dpa) – Im Fall der seit sechs Jahren vermissten Wanderin Scarlett Salice kann die Untersuchung eines möglicherweise wichtigen Fundstücks noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wird der von privaten Helfern entdeckte Reißverschluss derzeit vom Landeskriminalamt (LKA) analysiert – ein Ergebnis ist womöglich aber erst in einigen Wochen zu erwarten.
Grund dafür sei die Priorisierung der Untersuchungen beim LKA. Ein aktuelles Tötungsdelikt werde etwa dringlicher behandelt als ein sechs Jahre zurückliegender Vermisstenfall. «Werden andernorts dringendere Spuren eingereicht, verschiebt sich die Bearbeitung entsprechend nach hinten», sagte der Sprecher.
Das Todesermittlungsverfahren im Fall Scarlett wurde rund zweieinhalb Jahre nach ihrem Verschwinden mangels Hinweisen auf eine Straftat eingestellt. Lediglich der Vermisstenfall der jungen Frau aus dem ostwestfälischen Bad Lippspringe ist noch offen.
DNA-Spuren noch nachweisbar?
Der Reißverschluss habe längere Zeit im Wasser gelegen, erklärte der Sprecher. Er sei den Angaben der Finder zufolge in einem ausgetrockneten Flussbett der Wehra entdeckt worden. Ob bei diesen Gegebenheiten noch DNA-Spuren daran nachzuweisen sind, sei fraglich. Die Kriminaltechnik habe bereits geprüft, ob Größe, Breite und Zahnglieder zu jenem Modell passen, das am Rucksack der Vermissten verbaut war. Da sich eine Übereinstimmung dabei weder ausschließen noch bestätigen ließ, sei das Fundstück zur genaueren Untersuchung ans LKA weitergeleitet worden, das nun zusätzlich das Gewebe abgleiche.
Für den Vergleich stellte die Initiative «Bitte findet Scarlett» zusätzlich einen originalverpackten Rucksack derselben Modellreihe zur Verfügung, den sie über das Internet organisiert hatte. Das erleichtere die Arbeit der Ermittler, sagte der Sprecher. Die damals 26-Jährige war im Jahr 2020 beim Wandern im Südschwarzwald verschwunden. Seitdem fehlt von ihr jede Spur.
