Der ADAC rechnet zu Beginn der Herbstferien vor allem am Freitagnachmittag mit Staus. (Archivbild)
Der ADAC rechnet zu Beginn der Herbstferien vor allem am Freitagnachmittag mit Staus. (Archivbild) Foto: Roland Weihrauch/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Zwei Wochen Herbstferien für 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen: Viele Familien nutzen die beiden letzten Oktober-Wochen für einen Urlaub. Wer mit dem Auto unterwegs sein wird, muss sich auf zeitweise starken Verkehr auf den Autobahnen einstellen. Außerdem sind die hohen Spritpreise an den Zapfsäulen für viele Fahrer ein Thema, die kein Elektroauto besitzen. 


ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold rät mit Blick auf die Herbstferien: «Die Stoßzeiten zu meiden und möglichst antizyklisch zu fahren, ist nach wie vor der beste Tipp für eine entspannte Urlaubsreise. Wer außerdem genügend Zeit einplant und regelmäßig Pausen macht, kommt deutlich stressfreier ans Ziel.»

Wann komme ich am besten durch? 

Am Freitagnachmittag zwischen 14 und 18 Uhr dürfte es besonders voll werden, wenn Berufspendler auf die ersten Urlauber und Ausflügler treffen, prognostiziert der ADAC. Wer dennoch am Freitag (16. Oktober) in den Urlaub starten müsse, sollte möglichst am Morgen oder am Abend losfahren.

Am Samstag und Sonntag erwartet der ADAC weniger Verkehr. Auf dem Weg an die Küste müssten Urlauber jedoch gerade in den Großräumen Bremen und Hamburg auch am Wochenende des Ferienstarts mit Staus rechnen. Im Süden sei etwa die Strecke zwischen München und Salzburg häufig verstopft.

An dem Wochenende müsse mit verstärktem Reiseverkehr gerechnet werden, da auch in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Sachsen-Anhalt die Herbstferien starteten und in einer Reihe weiterer Bundesländer die Ferien bereits liefen. Ferien hätten dann auch die Schüler in einigen Teilen der Niederlande.

Wo ist die Staugefahr in NRW am höchsten?

Gerade auf dem Kölner Autobahnring sowie im Bereich Oberhausen/Duisburg (Kreuz Kaiserberg) und Bochum/Herne/Recklinghausen drohten Staus und stockender Verkehr. Auch auf den Strecken A1 (Köln – Dortmund – Osnabrück), A2 (Oberhausen – Dortmund – Hannover) und A3 (Emmerich – Oberhausen – Köln – Frankfurt) sowie die A4 (Olpe – Köln – Aachen) sei die Staugefahr hoch.

Das gelte auch für die A40 (Dortmund – Essen – Duisburg – Venlo), A42 (Dortmund – Oberhausen – Kamp-Lintfort), A43 (Wuppertal – Recklinghausen – Münster), A45 (Dortmund – Hagen – Lüdenscheid) und A57 (Köln – Krefeld – Nimwegen). Auf der A31 (Bottrop – Gronau), A46 (Düsseldorf – Wuppertal), A52 (Düsseldorf – Essen) und A59 (Köln – Bonn; Duisburg – Dinslaken) müssen Reisende laut ADAC-Stauprognose ebenfalls mit Verzögerungen rechnen. 

Wo kommen neue Engpässe hinzu?

Von den bundesweit rund 1.100 Autobahnbaustellen liegen nach Auswertung des ADAC knapp 530 in NRW. Besonders im Ruhrgebiet müssten sich Fahrer zum Herbstferienstart auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Am ersten Ferienwochenende werde die A43 bei Bochum zwischen dem Kreuz Bochum und der Anschlussstelle Bochum-Riemke in beiden Richtungen voll gesperrt. Auch die A40 bei Mülheim und die A3 zwischen dem Kreuz Breitscheid und dem Kreuz Oberhausen-West sind laut ADAC von Vollsperrungen betroffen.

Bei Stau abfahren?

Die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil. Ausweichstrecken seien schnell verstopft. Erst bei mehr als zehn Kilometern Stau oder Vollsperrung mache das Abfahren Sinn. 

Wie kann ich beim Tanken an der Zapfsäule sparen? 

Der ADAC empfiehlt das Volltanken vor der Abreise mittags um kurz vor 12 Uhr. Dann seien die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Wer nachtanken muss, sollte die Autobahn verlassen und eine nahe Straßentankstelle anpeilen.

Welche Ladetipps gibt es für E-Autos?

Wer mit dem Elektroauto in die Herbstferien startet, sollte Ladestopps planen. Dabei empfiehlt der ADAC, nicht nur die Verfügbarkeit von Ladesäulen, sondern auch die Preise der verschiedenen Anbieter zu vergleichen. Denn gerade beim Schnellladen könnten die Kosten je nach Tarif und Betreiber stark variieren. 

Wer flexibel ist, sollte stark frequentierte Ladeparks direkt an der Autobahn meiden und Lademöglichkeiten abseits der Hauptreiserouten prüfen. Wichtig sei auch, einen alternativen Ladestopp einzuplanen, falls die gewünschte Säule besetzt oder defekt ist. Bei Reisen ins Ausland sollte man vorab prüfen, ob die Ladekarte oder Lade-App dort funktionieren und welche Preise dort gelten.

Wie sieht der Ferienkalender in NRW aus?

Offiziell ist der Samstag, 17. Oktober 2026, der erste Ferientag. Der letzte Ferientag ist laut der Ferienverordnung Samstag, der 31. Oktober 2026. Aber am Sonntag ist natürlich schulfrei und er wird auch für Rückreisen genutzt.