Noch immer sind Hunderttausende Mitglied bei der IG Metall in NRW - doch der Trend geht nach unten.
Noch immer sind Hunderttausende Mitglied bei der IG Metall in NRW - doch der Trend geht nach unten. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Industriegewerkschaft IG Metall hat in Nordrhein-Westfalen deutlich weniger Mitglieder als früher. Wie die Gewerkschaft in Düsseldorf mitteilte, hatte sie in dem Bundesland zum Jahreswechsel 436.083 Mitglieder und damit 4,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit hat sich der Rückgang beschleunigt, 2024 hatte das Minus 2,9 Prozent betragen und in den Jahren davor waren es zwischen minus ein bis minus zwei Prozent gewesen. Vor zehn Jahren hatte die IG Metall in NRW rund 100.000 Mitglieder mehr als jetzt.


Im vergangenen Jahr verzeichnete die IG Metall in NRW nach eigenen Angaben 15.746 Neuaufnahmen, denen 24.382 Austritte gegenüberstanden. Hinzu kamen 7.307 Sterbefälle; außerdem gab es noch Wechsel in andere Gewerkschaften und Streichungen, wenn jemand über einen längeren Zeitraum seinen Mitgliedsbeitrag nicht bezahlt hat.

Weniger Jobs, also auch weniger Gewerkschaftsmitglieder

Der Bezirksleiter der IG Metall NRW, Knut Giesler, begründete die Entwicklung mit dem Jobabbau in der Industrie. «Wir verlieren alleine in unserer größten Branche, der Metall- und Elektroindustrie NRW, jeden Monat 2.100 Arbeitsplätze», sagt der IG-Metaller. In den anderen Branchen sehe es nicht besser aus. «Wo man hinschaut: Die Hütte brennt. Das schlägt dann auch in unserer Mitgliederentwicklung durch.»

Ihm bereite Sorge, dass die Unsicherheiten und Ängste der Menschen in den Betrieben zunähmen, sagte Giesler. «Wir müssen alle an einem Strang ziehen, um den Abbau von Industriearbeitsplätzen zu stoppen und den Weg in die grüne Transformation der Industrie zu gestalten.» Die Politik müsse lokale Wertschöpfung bei Investitionen und Vergaben stärken, so Giesler. «Sie muss für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sorgen und deutlich mehr in die Infrastruktur investieren.» Von den Arbeitgebern forderte er zudem ein Bekenntnis zum Standort NRW und Investitionen anstatt Jobs abzubauen.