Mainz (dpa) – Drei Gegentore gegen die bislang schwächelnde Frankfurter Eintracht, drei bei der krisengeschüttelten Borussia aus Mönchengladbach und nun sogar vier gegen Bayer Leverkusen: Die löchrige Defensive des FSV Mainz 05 bereitet Trainer Urs Fischer zunehmend Sorgen. «Das ist auch der Grund für die Niederlage», haderte Abwehrspieler Stefan Posch nach dem 3:4 gegen die «Werkself».
Die Diskussion um ein mögliches Handspiel vor dem Leverkusener Treffer zum 2:3 wollte Fischer nicht in den Mittelpunkt rücken. «Ich sollte heute nicht über den Schiedsrichter reden, er hat es so entschieden», sagte der Schweizer. Stattdessen nahm er seine Mannschaft in die Pflicht: «Unser Spiel war einfach zu wenig gut. Punkt.»
Schon nach neun Minuten stand es 0:2. Zwar ließ Anthony Caci mit einem Doppelpack binnen neun Minuten die meisten der 33.000 Zuschauer auf eine Kehrtwende hoffen. Doch nach dem Seitenwechsel verloren die Rheinhessen den Zugriff erneut und mussten zwei weitere Gegentreffer hinnehmen. Benedict Hollerbachs Anschlusstor reichte nicht aus.
Auch Länderspielpause dient nicht als Ausrede
In der Summe ist die Zahl der Gegentore «zu hoch», kommentierte Sportdirektor Niko Bungert. «Das ist nicht das, was wir uns vorstellen. Wir sind eigentlich schon eine Mannschaft, die sich darüber identifiziert, hinten sicher zu stehen und wenig Gegentore zu kassieren.»
In der XXL-Länderspielpause waren nahezu alle Verteidiger unterwegs. Fischer konnte daher kaum an den Defiziten arbeiten. Er könne es sich jetzt einfach machen und auch diesen Umstand als Ausrede nutzen, sagte der 60-Jährige. «Es wäre aber falsch, das an der Nationalmannschaftspause aufzuhängen.»
Heimflaute in der Liga hält an
Vielmehr gehe es darum, die Sinne zu schärfen und sich auf die Basics zu besinnen. «Manchmal muss man einfach Schritte zurück machen, um wieder vorwärtszukommen. Wir müssen das analysieren und versuchen, besser zu machen», sagte Fischer, der mit den 05ern seit dem 22. März auf einen Heimsieg in der Bundesliga wartet.
Den nächsten Anlauf wagen die Rheinhessen am 24. Oktober gegen Werder Bremen. Zuvor steht ein Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 an. In der Zwischenzeit gehe es darum, über die gemachten Fehler zu sprechen und an den Automatismen zu arbeiten.
Für einzelne Spieler wie den zweifachen Torschützen Caci geht es zudem darum, wieder vollständig fit zu werden. Der französische Außenverteidiger konnte in dieser Spielzeit noch kein Spiel über 90 Minuten absolvieren. Dabei könnte seine spielerische Qualität den Mainzern auch über die volle Distanz helfen.
Fischer möchte seinem Leistungsträger die nötige Zeit zugestehen. «Er war sehr, sehr lange verletzt», erklärte der Coach. «Der Weg zurück braucht seine Zeit. Aber jedes Spiel, das er bekommt, hilft ihm.» Gegen Bayer wurde Caci nach 70 Minuten wegen muskulärer Probleme vom Platz genommen. Zudem erlitt Philipp Mwene einen blutenden Cut in der Schlussphase.
Beide dürften für die anstehenden Aufgaben zur Verfügung stehen. Bis zum Auswärtsspiel auf Schalke bleibt den Mainzern damit Zeit, an der Abstimmung in der Defensive zu arbeiten.

