An mehreren Stellen in der Stadt setzten Gegendemonstranten in Essen ein Zeichen gegen rechtsextreme Ideologien.
An mehreren Stellen in der Stadt setzten Gegendemonstranten in Essen ein Zeichen gegen rechtsextreme Ideologien. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Essen (dpa/lnw) – Mehrere Tausend Menschen sind in Essen gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Partei Die Heimat auf die Straße gegangen. Nach Veranstalterangaben demonstrierten sie am Nachmittag an vielen Stellen in der Stadt für einen «nazifreien Mai», wie ein Sprecher der Initiative «Essen stellt sich quer» sagte. Auch viele Demonstranten der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai schlossen sich an. 


Nach Angaben der Polizei verlief das Demonstrationsgeschehen zunächst weitgehend friedlich. Die Versammlungen sollen laut Polizei noch bis in den Abend andauern. Auch die Gegendemonstranten kündigten an, solange Präsenz zu zeigen, wie es nötig sei. Insgesamt waren laut Veranstaltern 4.500 Menschen zu den Gegenprotesten erwartet worden – diese Zahl sei nach seiner Einschätzung noch übertroffen worden, so der Sprecher der Initiative «Essen stellt sich quer». 

Anlass des breiten Gegenprotests war die der rechtsextremen Partei Die Heimat, dafür waren zwischen 400 und 500 Teilnehmern angemeldet. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz beobachtet die Partei und erläutert, sie verfolge eine rechtsextreme Ideologie, die sich vor allem durch Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus hervortue.

In Essen gibt es seit Jahren Streit um die Nutzung eines Gebäudes als Landeszentrale der Partei. Die Stadt hatte den Rechtsextremen die Nutzung des Gebäudes für Versammlungen untersagt. Doch nachdem die Partei dagegen vor Gericht gezogen war, zog die Stadt das Verbot zunächst wieder zurück.