
Aachen (dpa/lnw) – Am Landgericht Aachen hat der Mordprozess gegen einen Mann aus Monschau begonnen, der seine 94 Jahre alte Mutter getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 64-Jährige seine Mutter erdrosselt und ihre Leiche dann in einen Brunnen geworfen hat. Der Mann soll aus Habgier und Heimtücke gehandelt haben.
Laut Anklage hatte die Mutter ihrem Sohn schon vor vielen Jahren ihr Haus überschrieben, sich jedoch ein lebenslanges Wohnrecht darin zusichern lassen. Dies habe dem Angeklagten irgendwann nicht mehr gepasst. Er habe Auswanderungspläne gehabt, doch seine Ehefrau habe sich täglich um die hochbetagte Schwiegermutter gekümmert. Außerdem habe der Angeklagte sich Sorgen gemacht, dass er für die Kosten aufkommen müsse, falls seine Mutter in ein Pflegeheim komme.
Seniorin wollte Dokument nicht unterschreiben
Deshalb habe der Angeklagte das Nießbrauchrecht der Mutter löschen lassen wollen. Die alte Dame sei damit jedoch nicht einverstanden gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Am Tattag, dem 7. März, soll zunächst die Schwiegertochter der 94-Jährigen einen notariellen Entwurf für die Löschung vorgelegt haben, den die Seniorin jedoch nicht unterschreiben wollte. Am Abend soll der 64-Jährige einen weiteren Versuch unternommen haben – ebenfalls ohne Erfolg.
Daraufhin soll der Angeklagte in Wut geraten sein und seine Mutter erstickt haben. Danach soll er die Tote in einen tiefen Brunnen auf dem Grundstück geworfen haben. Dort wurde die Leiche am nächsten Tag gefunden.
Eine Obduktion ergab, dass die alte Frau getötet worden war. Im Zuge der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht gegen den Sohn. Gut einen Monat nach der Tat kam er in Untersuchungshaft.
