
Düsseldorf (dpa/lnw) – Fast 300 Jahre nach dem Erlegen des letzten Luchses planen die Umweltschutzorganisation BUND und die NRW-Stiftung ein Wiederansiedlungsprojekt in Nordrhein-Westfalen. Zwar seien seit 2004 vereinzelte Luchse festgestellt worden, dauerhaft sei bisher aber kein Luchs geblieben, teilte der BUND NRW mit.
Gemeinsam mit vielen Akteuren aus Jagd, Landwirtschaft, Wissenschaft, Stiftungen und Behörden sei das Ziel formuliert worden, den Luchs in NRW aktiv anzusiedeln. Das soll im Rahmen des europaweiten Expertennetzwerks Linking Lynx und zusammen mit anderen aktuellen Auswilderungsprojekten in benachbarten Bundesländern geschehen.
Die Details des Projektes wollen der BUND NRW und die NRW-Stiftung am Mittwoch vorstellen. Der Vorstand der NRW-Stiftung habe beschlossen, dieses Vorhaben mit bis zu 144.000 Euro zu unterstützen.
Vereinzelte Luchssichtungen
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen hatte vor wenigen Wochen einen Luchs-Nachweis im Sauerland bestätigt. Demnach löste eine Fotofalle am 30. Oktober 2025 im Kreis Olpe aus. Nur wenige Tage später, am 3. November, ist den Angaben zufolge derselbe Luchs erneut im Märkischen Kreis fotografiert worden.
Es handele sich laut Experten um ein männliches Jungtier aus dem hessischen Reinhardswald. Jeder Luchs besitze eine einzigartige Fleckenzeichnung, die Rückschlüsse auf das Individuum erlaube. Der letzte zweifelsfreie Nachweis eines Luchses in NRW stamme aus dem Jahr 2021.
Ob sich der aktuell nachgewiesene Luchs dauerhaft in NRW niederlässt, lasse sich derzeit nicht absehen, erklärte das Landesamt. Luchse seien mit Blick auf die Eroberung neuer Lebensräume eher zurückhaltend. Weibchen blieben meist in der Nähe ihrer Herkunftsreviere, während männliche Tiere mitunter weite Strecken von mehreren hundert Kilometern zurücklegten.
