
Berlin (dpa) – Eine neue Allianz fordert einen stärkeren Ausbau der Wasserstraßen in Deutschland, auch um sie besser vor den Folgen von Niedrigwasser zu schützen. Die Infrastruktur der wichtigen Wasserwege müsse rasch modernisiert werden, damit Unternehmen weiterhin verlässlich beliefert werden könnten, teilte die Allianz mit. Sie besteht aus Unternehmen der Binnenschifffahrt wie duisport oder Rhenus Port Logistics.
Eine seit Mitte Juli andauernde Niedrigwasserphase beeinträchtigte die Binnenschifffahrt spürbar. «Eingeschränkte Transportkapazitäten verknappen die Versorgung mit Vorleistungsgütern und behindern den Absatz fertiger Erzeugnisse», hieß es in der Ende September vorgelegten Herbstprognose führender Wirtschaftsforschungsinstitute. In Deutschland betreffe dies vor allem die chemische Industrie. Zwar könnten Unternehmen teilweise auf Straße, Schiene oder Schiffe mit geringerem Tiefgang ausweichen. Dies könne Produktionsausfälle jedoch nicht vollständig verhindern.
«Niedrigwasserphasen werden in Zukunft häufiger auftreten und länger anhalten», so die Unternehmens-Allianz. Zugleich steige die Hochwassergefahr im Winter. Die Allianz sehe für Deutschland den Bedarf von 250 bis 300 neuen Schiffen, die für Niedrigwasser ausgelegt seien. Konkret gefordert wird ein «Flottenerneuerungsprogramm Binnenschifffahrt 2035».
Die Wasserwege seien jahrelang vernachlässigt worden, wurde Markus Bangen, Chef von duisport, zitiert. Die Bundesregierung steuere nun richtigerweise um und wolle investieren. Für 2027 seien mehr als zwei Milliarden Euro für Unterhalt und Ausbau vorgesehen. Dieses Budget müsse jetzt vom Bundestag beschlossen und dann schnell in Ergebnisse umgesetzt werden. Mehr als 80 Prozent des Binnenhafen-Umschlags entfielen auf den Rhein und das westdeutsche Kanalnetz, daher sollten Mittel vor allem dort investiert werden.
