Die Stadt Remscheid hat mehr als 100.000 Einwohner und liegt im Bergischen Land. Sie ist gut gegen Klimagefahren gewappnet. (Archivbild)
Die Stadt Remscheid hat mehr als 100.000 Einwohner und liegt im Bergischen Land. Sie ist gut gegen Klimagefahren gewappnet. (Archivbild) Foto: Henning Kaiser/dpa

Köln (dpa/lnw) – Remscheid und Bielefeld sind laut einer Untersuchung so gut gegen Klimagefahren gerüstet wie keine anderen Großstädte in Deutschland. Remscheid belegt den ersten Platz vor Bielefeld. Das niedersächsische Salzgitter und Solingen in NRW teilen sich den dritten Rang. Als gefährdet eingestuft wird hingegen Duisburg. Das zeigt ein neues Ranking von IW Consult im Auftrag der «Wirtschaftswoche» und des Onlineportals Immoscout24.


In Remscheid, Bielefeld und Solingen sind Sturmfluten nach Einschätzung der Experten wegen der geografischen Binnenlage unmöglich. Dass sie abseits großer Flüsse liegen, schützt sie demnach zusätzlich vor Überschwemmungen. Auch Hitzewellen seien weniger wahrscheinlich.

Bei der jährlichen Untersuchung werden aktuelle Lage (Niveau) und Veränderungsraten (Dynamik) von 71 kreisfreien Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern verglichen. Es flossen über 100 Indikatoren und mehr als 50.000 Datenpunkte aus Bereichen wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien und Lebensqualität ein. Analysiert wurde zudem, wie anfällig die Städte für Klimagefahren wie Sturm, Starkregen und Dürre sind. Auf dieser Basis wurde das Klimarisiko bis 2050 berechnet.

Schlusslicht Bremerhaven

Im Ranking liegen zahlreiche weitere Städte in Nordrhein-Westfalen weit vorn. Aachen, Dortmund, Bottrop, Bochum, Münster und Wuppertal belegen die Ränge fünf bis zehn. Die guten Platzierungen vieler NRW-Städte führen die Experten auch auf das gemäßigte, feucht-milde Klima zurück. Extreme Hitze sowie langanhaltende Dürre träten hier seltener auf als in süd- oder ostdeutschen Regionen. Wegen der Lage seien Risiken durch Sturmfluten ausgeschlossen, das Risiko für großräumige Überschwemmungen durch Flüsse falle außerdem meist vergleichsweise gering aus.

Duisburg schneidet von den Großstädten im Bundesland am schlechtesten ab und landet auf Platz 64. Besonders bei Sturm und Starkregen werden größere Risiken gesehen. Auch die Überschwemmungsgefahr ist durch die direkte Lage am Rhein demnach deutlich erhöht und überdurchschnittlich ausgeprägt. Bundesweit am stärksten gefährdet ist der Untersuchung zufolge Bremerhaven.

«Städte, die in Hochwasserschutz, Stadtbegrünung und hitzeresistente Infrastrukturen investieren, stärken ihre Widerstandskraft gegenüber Klimarisiken und schützen Bevölkerung und Infrastruktur», sagt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24. Die Ergebnisse zeigten, wie dringend Anpassungsmaßnahmen an Klimarisiken in einzelnen Regionen erforderlich seien.