
Düsseldorf (dpa/lnw) – Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bis Ende Juni dieses Jahres bereits 1.230 Menschen in Nordrhein-Westfalen an Hitze gestorben. Demnach gab es in diesem Zeitraum bereits mehr hitzebedingte Todesfälle als im gesamten vergangenen Jahr. Für 2025 schätzte das RKI die Zahl für NRW auf insgesamt 310 Hitzetote.
Je nach Berechnung schwanken die Schätzungen für NRW in einer Spanne von 900 bis 1.560 hitzebedingter Sterbefälle. Die Zahlen der vergangenen neun berücksichtigen Wochen können außerdem jeweils noch durch Nachmeldungen beeinflusst werden, hieß es vom RKI.
Bundesweit seien den Schätzungen zufolge 5.120 Menschen seit Beginn des Sommers bis einschließlich Ende Juni wegen der Hitze gestorben, wie aus dem RKI-Bericht zur hitzebedingten Mortalität hervorgeht. Das sind fast doppelt so viele wie im Jahr 2025, wo es noch 2.600 Fälle waren. Die RKI-Auswertung basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des Deutschen Wetterdienstes.
Verschiedene Experten weisen darauf hin, dass sich ein direkter oder indirekter Zusammenhang zwischen Todesfällen und Hitze oft nicht eindeutig nachweisen lässt. Dies sei vor allem bei Menschen, die bereits durch Faktoren wie ein hohes Alter oder Erkrankungen vorbelastet sind, der Fall. Auch in Todesbescheinigungen wird Hitze nicht als Ursache des Versterbens angegeben. Deshalb kann das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle nur durch statistische Methoden geschätzt werden.
