
Düsseldorf (dpa) – Im Tarifstreit der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie haben die Metallarbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde auf die schwierige Lage der Branche verwiesen. Man habe die IG Metall davor gewarnt, angesichts der seit Jahrzehnten schwersten Strukturkrise der deutschen Metall- und Elektroindustrie eine Tarifrunde nach einem Fahrplan «Business as usual» durchführen zu wollen, teilte der Arbeitgeberverband mit.
«Unsere Unternehmen stehen unter einem extremen Kostendruck – und die Höhe der Arbeitskosten spielt hier eine entscheidende Rolle», sagte Verhandlungsführer Arndt G. Kirchhoff laut der Mitteilung. Die Unternehmen benötigten jetzt spürbare tarifpolitische Lösungen zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Kirchhoff ist Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie NRW.
IG Metall fordert faire Beteiligung an wirtschaftlicher Entwicklung
Die IG Metall bekräftigte ihre Forderung nach 5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und erklärte, dass sich die wirtschaftliche Lage der Industrie spürbar verbessere. Man habe deutlich gemacht, warum die Beschäftigten jetzt eine faire Beteiligung an der wirtschaftlichen Entwicklung erwarteten, teilte die Gewerkschaft nach der ersten Runde mit.
«Die Arbeitgeber haben heute kein Angebot vorgelegt. Das ist angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und der Leistungen der Beschäftigten enttäuschend», sagte Verhandlungsführer Knut Giesler, der auch IG Metall-Chef in NRW ist. «Unsere Kolleginnen und Kollegen haben in schwierigen Jahren Verantwortung übernommen und erwarten nun zu Recht ein deutliches Signal der Anerkennung.»
Die Tarifverhandlungen für die bundesweit gut 3,7 Millionen Beschäftigten in der größten deutschen Industriebranche hatten an diesem Mittwoch mit Verhandlungen in den Bezirken NRW und Baden-Württemberg begonnen. In NRW sind rund 640.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Die zweite Verhandlung in NRW soll am 27. Oktober stattfinden. Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktobers. Ab dann sind Warnstreiks möglich.
