Beverungen (dpa/lnw) – Ein zweijähriges Mädchen hat sich Beverungen an der Weser mit Amphetaminen vergiftet – und die Polizei damit auf die Spur zu einem größeren Drogenversteck gebracht. In der Wohnung seiner Mutter und deren Lebensgefährten im Kreis Höxter fand die Polizei insgesamt 65 Kilogramm künstlich hergestellte Aufputschmittel mit einem geschätzten Straßenverkaufswert im einstelligen Millionenbereich, wie die Ermittler nun mitteilten.
Wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Drogenbesitzes in nicht geringer Menge befinden sich die 24-Jährige und der 27-Jährige inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu dem Fund von Mitte Januar dauern an.
Übelkeit und schlechter Zustand: Zweijährige unter Drogen
Die 24-jährige Mutter hatte ihr Kind am 14. Januar in ein Krankenhaus gebracht, weil es ihm schlecht ging und es an Übelkeit litt. Die Ärzte stellten fest, dass es unter Drogen stand: Ein Urintest schlug positiv auf Amphetamine an. Das Krankenhaus schaltete daraufhin am Folgetag die Polizei ein.
Gegenüber dieser gab die 24-Jährige an, das Mädchen habe womöglich im Sandkasten versteckte Drogen gefunden und verschluckt. Trotz anfänglichen Zweifeln an dieser Geschichte suchte die Polizei mit einem Spürhund zunächst auf dem Spielplatz nach Drogenresten. Nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft und dem zuständigen Richter sei die Durchsuchung dann auf die Wohnung ausgeweitet worden.
Aufputschpillen waren in Solarpaneele eingegossen
Nach intensiver Suche habe Spürhund «Lemmy» schließlich angeschlagen: Mit Harz in einen Stapel Solarpaneele eingegossen, fand die Polizei kiloweise Amphetamine. Außerdem stellten die Einsatzkräfte rund 30 Kilo in Folie verschweißtes weiteres Rauschgift sicher.
Das Mädchen habe das Krankenhaus zwischenzeitlich verlassen können, hieß es weiter. Um seine Betreuung kümmere sich nun das Jugendamt.

