
Köln/Aachen (dpa/lnw) – Mehrere Opfer des verheerenden Brandes in der Schweiz werden zur weiteren medizinischen Behandlung nach Nordrhein-Westfalen gebracht. In einem Krankenhaus in Köln-Merheim wird derzeit bereits eine schwer brandverletzte Person aus Crans-Montana behandelt, wie eine Sprecherin der Städtischen Kliniken bestätigte.
Auch die Uniklinik Aachen hat einen Patienten aufgenommen. Der junge Mann sei am Morgen via Helikopter eingetroffen, sagte ein Sprecher. Er werde noch beatmet und sei derzeit bewusstlos. Zuvor hatten der WDR und die «Aachener Zeitung» berichtet.
Das Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum hat zwei Versorgungsplätze in seinem Zentrum für Schwerbrandverletzte zugesagt. Eine konkrete Planung für den Transfer von Patienten sei bisher aber noch nicht erfolgt, hatte ein Sprecher der Klinik am Freitag gesagt.
50 Patienten werden ins Ausland verlegt
Menschen mit schweren Brandwunden benötigen eine besondere Behandlung. Die Versorgung erfordere spezielle Raumbedingungen und Mediziner, sagte Paul Fuchs, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin und Chefarzt der Klinik in Köln-Merheim.
Verletzte mit großen Brandwunden werden ihm zufolge in möglichst sterilen Räumen mit 30 Grad Raumtemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit behandelt. Allein einen großen Verband anzulegen, erfordere ein spezialisiertes Team aus Pflege und Medizin. In der Anfangsphase haben die Patienten laut Fuchs auch einen enormen Flüssigkeitsverlust und benötigen 10 bis 20 Liter Wasser in den ersten 24 Stunden.
In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten zumeist jungen Feiernden nach Behördenangaben 40 Menschen ums Leben gekommen, 119 weitere wurden verletzt. Rund 80 von ihnen sollen sich Berichten zufolge im kritischen Zustand befinden. Die meisten Schwerletzten sind zwischen 16 und 26 Jahren alt.
Wegen fehlender Behandlungskapazitäten in der Schweiz muss fast die Hälfte der 119 Schwerverletzten ins Ausland gebracht werden. Bis Sonntag sollen 50 Menschen verlegt werden, teilte das schweizerische Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit.
