Ministerpräsident Hendrik Wüst unterstützt den CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt.
Ministerpräsident Hendrik Wüst unterstützt den CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Foto: Jan Woitas/dpa

Halle (dpa) – Regierende Politikerinnen und Politiker haben laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hendrik Wüst die Sorgen und Ängste der Menschen gut im Blick. «Wir nehmen schon sehr ernst als politische Kräfte in Verantwortung – auch im Bund – dass Menschen unzufrieden sind, dass Menschen sauer sind», sagte der CDU-Politiker. Nicht alles sei über Nacht zu regeln, auch mit Blick auf die am Wochenende anstehende Wahl in Sachsen-Anhalt brauche es aber keine Protestwahl, betonte er.


Umfragen zufolge könnte die AfD in Sachsen-Anhalt bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag stärkste Kraft werden. Die Partei von Wüst liegt mit deutlichem Abstand dahinter. Derzeit stellt die CDU in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsidenten Sven Schulze. Sofern möglich, will die AfD in Zukunft eine Alleinregierung stellen. Die Partei gilt in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch.

«Mehr als nur Dampf ablassen»

Wählerinnen und Wähler sollten «vielleicht noch einmal darüber nachdenken, was am Wochenende ansteht», sagte Wüst. «Da geht es um mehr als nur darum, mal Dampf abzulassen.» Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt sollte es um das Land selbst gehen, betonte der CDU-Politiker. Und darum, wer dieses Land führt. «Es kommt auf den Mann an der Spitze an.» Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt bei der Frage, wen die Wähler lieber als Ministerpräsidenten hätten, Schulze deutlich vor seinem Kontrahenten von der AfD, Ulrich Siegmund.

Keine Versuchskaninchen

Was eine rechte Regierung mit einem Land mache, brauche man in Deutschland «nicht selber ausprobieren», so Wüst. «Man kann im Ausland gucken, dass es nicht klappt.» Die Menschen in Sachsen-Anhalt seien «keine Versuchskaninchen».

Wüst war nach Sachsen-Anhalt gekommen, um seine Partei im Wahlkampf zu unterstützen. Unter anderem besuchte er den Baukonzern GP Günter Papenburg in Halle. Dort sprach er mit Auszubildenden auch über die anstehende Wahl und mögliche Auswirkungen einer AfD-Regierung. Das Familienunternehmen beschäftigt eigenen Angaben nach rund 4.000 Menschen und macht pro Jahr einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro.