Schild einer Bushaltestelle/Symbolbild. Foto: pixabay

Ratingen. Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen in Ratingen ist ein zentraler Schritt zur Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs. CDU und SPD setzen sich nun gemeinsam dafür ein, dass dabei insbesondere an stark frequentierten Haltestellen auch weiterhin ein angemessener Witterungsschutz und Sitzgelegenheiten vorgesehen werden. 


Im Rahmen der zweiten Ausbaustufe des Haltestellenkonzeptes sollen zahlreiche Bushaltestellen modernisiert werden. Grundlage hierfür ist ein bereits 2022 vom Rat beschlossener Antrag, der neben einem möglichst barrierefreien Ausbau ausdrücklich auch moderne Wartehallen und Sitzmöglichkeiten vorsieht. Nun zeigt die aktuelle Entwurfsplanung jedoch, dass ausgerechnet an den besonders stark genutzten Haltestellen Oberstraße (H1 und H2) sowie Bechemer Straße (H3) keine Wartehallen vorgesehen sind. Als Grund wird die begrenzte Platzsituation genannt. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Verwaltung den Ausbau der Haltestellen weiter vorantreibt. Gleichzeitig darf aber nicht ausgerechnet an zentralen Einstiegshaltestellen auf jeglichen Witterungsschutz verzichtet werden. Wer regelmäßig Bus fährt, soll nicht im Regen stehen gelassen werden“, erklärt Stefan Heins, Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Auch die SPD-Fraktion sieht hier deutlichen Handlungsbedarf. „Gerade ältere Menschen, Familien oder Pendler warten an diesen Haltestellen teilweise längere Zeit. Deshalb halten wir Sitzgelegenheiten und zumindest einen eingeschränkten Wetterschutz für unverzichtbar“, erläutert Christian Wiglow, Vorsitzender der SPD-Fraktion. CDU und SPD schlagen deshalb vor, alternative Lösungen zu prüfen, die trotz der engen Platzverhältnisse umgesetzt werden können. Denkbar seien beispielsweise sogenannte „Slim-Line“-Wartehallen mit geringerer Tiefe, Modelle ohne Seiten- oder Rückwände oder auch bauliche Lösungen mit Schutzdächern entlang angrenzender Gebäude.

„Ein etwas reduzierter Wetterschutz ist immer noch deutlich besser als gar keine Lösung. Deshalb sollten wir kreative und pragmatische Ansätze prüfen, statt vorschnell vollständig auf Wartehallen zu verzichten“, erklärt Gerold Fahr, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Auch Gero Aschenbroich, sachkundiger Bürger der SPD-Fraktion, betont die Bedeutung einer praktikablen Lösung: „Wenn wir den ÖPNV attraktiver machen wollen, müssen wir die Alltagsperspektive der Fahrgäste mitdenken. Dazu gehört eben nicht nur der barrierefreie Einstieg, sondern auch die Möglichkeit, geschützt und mit Sitzgelegenheit auf den Bus warten zu können.“ Mit ihrem gemeinsamen Antrag bitten CDU und SPD die Verwaltung in diesem Rahmen, vor der finalen Ausführung und Förderantragstellung Sonderlösungen für die betroffenen Haltestellen zu prüfen und in die weitere Planung einzubeziehen.