
Kreis Mettmann. Auf dem Schimmershof in Ratingen sprachen Kreisvorsitzender Martin Dahlmann und sein erster Stellvertreter Johannes Paas über Themen, die viele Höfe vor Ort direkt betreffen: EU-Agrarpolitik, Mercosur-Abkommen, Tierhaltungskennzeichnung und finanzielle Absicherung bei Wetterrisiken.
Mehr Verlässlichkeit, weniger Bürokratie, praxistaugliche Regeln – mit diesen Forderungen ist die Kreisbauernschaft Mettmann in ihr Frühjahrsgespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Beyer gegangen. Zentrales Thema war die Agrarpolitik der Europäischen Union. „Die Betriebe brauchen planbare Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie“, sagte Dahlmann. Gerade im Kreis Mettmann wirkten zusätzliche Auflagen besonders stark, weil Landwirtschaft hier unter hohem Flächendruck stattfinde. Entsprechend deutlich bekräftigt wurde der Wunsch nach “verlässlichen, praxisnahen und langfristig planbaren Rahmenbedingungen” formuliert.
Preisdruck durch EU-Mercosur Handelsabkommen
Die vielen Vorgaben aus Berlin und Brüssel landeten am Ende stets mit den entsprechenden Folgen auf den Höfen, merkte die Kreisbauernschaft an. So auch der Streitpunkt um das EU-Mercosur Handelsabkommen. Die Landwirte befürchten zusätzlichen Preisdruck durch Importe, vor allem bei Fleisch. Als früherer Transatlantik-Koordinator und Lateinamerika-Experte versuchte Beyer, die Sorgen der Landwirte zu dämpfen. Das Abkommen sei ein starkes Signal für einen regelbasierten Freihandel, so Beyer. Entscheidend bei der Umsetzung sei, dass die Einfuhrmengen begrenzt bleiben und die EU bei Marktverwerfungen schnell reagiere, betonte Beyer.
Bauern befürworten Risikoausgleichsrücklage
Ein weiterer Punkt war die geplante steuerliche Risikoausgleichsrücklage. Dahinter steht die Idee, Betrieben zu ermöglichen, in guten Jahren Rücklagen für schlechte Jahre zu bilden. Angesichts von Extremwetter und schwankenden Märkten sieht die Kreisbauernschaft darin ein wichtiges Instrument. Beyer sprach von einem Beitrag zur „betrieblichen Eigenvorsorge“.

