Ratingen | Nach schweren Vorfällen an Schulen im benachbarten Haan in den Weihnachtsferien – dort wurden eine Gesamtschule verwüstet und eine Grundschule durch ein Feuer im Verwaltungsbereich erheblich beschädigt – fordert die Bürger-Union Ratingen (BU) eine Bestandsaufnahme und mögliche Nachrüstung des Schutzes an Ratinger Bildungseinrichtungen. Die Fraktion beantragt, den Tagesordnungspunkt „Sicherung unserer Schulgebäude“ im nächsten Schul- und Sportausschuss zu beraten. Die Verwaltung soll dabei unter anderem beantworten, welche Schutzsysteme gegen Vandalismus und Brandstiftung bereits im Einsatz sind, welche zusätzlichen Maßnahmen möglich wären und wie Gebäude sowie Inventar versichert sind.
In ihrer Begründung verweist die BU auf eine „neue Dimension“ der Bedrohung öffentlicher Gebäude, weil solche Taten nicht nur hohe Sachschäden verursachen, sondern im Ernstfall auch den Schul- oder Kita-Betrieb beeinträchtigen können. Als mögliche Ergänzung zu bestehenden Einbruchmeldeanlagen nennt die Fraktion ausdrücklich Videoüberwachung bzw. Security-Radarsysteme außerhalb der öffentlichen Nutzungszeiten.
Auch in Ratingen gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Vorfälle, die zeigen, dass Bildungseinrichtungen im Fokus von Tätern stehen können:
• Im Februar 2025 wurde laut Polizeibericht über einen Einbruch in eine Fachschule an der Brandenburger Straße berichtet; entwendet worden seien unter anderem Kaffeemaschinen und Mikrowellen.
• Ebenfalls in Februar 2025 brannte spätabends ein großer Container mit ausrangierten Schulmöbeln im Innenhof des Schulzentrums an der Astrid-Lindgren-Schule; die Feuerwehr konnte eine Ausbreitung verhindern, die Polizei übernahm die Ermittlungen.
• Im August 2023 meldete die Polizei einen Einbruch in die Büroräume eines Kindergartens am Sinkesbruch.
• Bereits Juli 2021 wurden Einbrüche in eine Sporthalle und in eine Kita am Maximilian-Kolbe-Platz in Ratingen-West bekannt.
• Und im November 2025 wurden auf dem Parkplatz der Paul-Maar-Grundschule mehrere Autos aufgebrochen – ein Hinweis darauf, dass Schulstandorte auch außerhalb der Unterrichtszeiten als Tatorte genutzt werden.
Vor diesem Hintergrund dürfte die Debatte im Ausschuss nicht nur um Technik gehen, sondern auch um Zuständigkeiten, Versicherungsschutz, Folgekosten und praktikable Prävention – etwa bessere Außenbeleuchtung, gesicherte Zugänge, abgestimmte Alarmaufschaltungen oder gezielte Kontrollen in Ferienzeiten.
Die BU will mit ihrem Antrag erreichen, dass Ratingen frühzeitig prüft, welche Schutzlücken bestehen – bevor aus Einbruchsserien oder Vandalismusfällen Schäden entstehen, die den Betrieb von Schulen und Kindertagesstätten wochenlang beeinträchtigen können

