Evtl. bald ein Schandfleck weniger in der Stadt. Links Haus und Garagenhof an der Grabenstrasse. Bild: Alexander Heinz
Evtl. bald ein Schandfleck weniger in der Stadt. Links Haus und Garagenhof an der Grabenstrasse. Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Ratingen setzt sich mit einem aktuellen Antrag für den Rückbau zweier seit Jahren leerstehender und nach eigener Darstellung nicht mehr sinnvoll nutzbarer Gebäude in der Innenstadt ein. Betroffen sind das ehemalige Wohnhaus mit Garagenhof an der Grabenstraße sowie die frühere Lehrwerkstatt des Adam-Josef-Cüppers-Berufskollegs an der Minoritenstraße.


Das Gebäude an der Grabenstraße wurde nach Angaben der CDU jüngst von der Stadt im Rahmen der städtebaulichen Sanierung erworben. Ziel von Rat und Verwaltung sei es, die frisch sanierte Stadtmauer, den Wallgraben und den Trinsenturm wieder stärker erlebbar zu machen und den Bereich städtebaulich aufzuwerten. Das seit Jahrzehnten leerstehende Haus befinde sich in einem abgängigen Zustand und sei wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll nutzbar.

Auch an der Minoritenstraße sieht die CDU dringenden Handlungsbedarf: Die ehemalige Lehrwerkstatt des Berufskollegs ist aufgrund erheblicher Baumängel seit Jahren ungenutzt und beeinträchtige das Stadtbild in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt. Gleichzeitig verweist die Fraktion auf einen zunehmenden Raumbedarf am Berufskolleg. Perspektivisch sollen bislang in Lintorf untergebrachte Berufsschulklassen wieder an den Hauptstandort in Ratingen-Mitte zurückgeführt werden.

Über den Antrag wird zunächst im Bezirksausschuss Ratingen-Mitte am 22. Januar beraten. CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Heins bezeichnet den Rückbau als „sachlich notwendigen Schritt“, der sowohl eine Aufwertung der Innenstadt als auch „dringend benötigte Entwicklungsspielräume“ eröffnen solle – insbesondere mit Blick auf den Bildungsstandort an der Minoritenstraße.

Für die Fläche an der Grabenstraße schlägt die CDU zunächst eine zurückhaltende Zwischennutzung vor. Thomas Angst hält eine einfache Grünanlage für denkbar, ergänzt um zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten. Damit solle der historisch sensible Bereich stärker „in Szene gesetzt“ werden, ohne spätere städtebauliche Entwicklungen vorwegzunehmen.

An der Minoritenstraße betont CDU-Ratsherr Gerold Fahr, der Rückbau der alten Lehrwerkstatt sei nicht nur städtebaulich geboten, sondern auch eine Voraussetzung, um am Hauptstandort langfristig zusätzliche Schulräume schaffen zu können.

Die CDU-Fraktion regt zudem an, den Rückbau beider Gebäude gemeinsam zu beauftragen, um wirtschaftliche Vorteile zu nutzen. Parallel soll die Verwaltung Vorschläge für eine Interimsnutzung der freiwerdenden Flächen erarbeiten sowie die voraussichtlichen Rückbau- und Herrichtungskosten ermitteln.