Ratingen | In mehreren Wohnungen der WO‑GE‑RA Wohnungsgenossenschaft Ratingen eG sind Mieter aktuell unzufrieden: Während am Dach ihres Hauses Sanierungsarbeiten laufen, berichten Betroffene von Raumtemperaturen, die trotz voll aufgedrehter Thermostate teils nicht über 15 Grad steigen – bei Außentemperaturen, die nachts unter null fallen. Zusätzlich schildern einzelne Bewohner, dass es in Wohnungen direkt unter der bearbeiteten Dachfläche bereits zu feuchten Decken und Wänden gekommen sei.
Die Redaktion von „Unser Ratingen“ hat die Hinweise zum Anlass genommen, direkt bei der Genossenschaft nachzufragen – und prompt eine detaillierte Stellungnahme erhalten. Darin erklärt die WO-GE-RA, dass der Vorstand im vergangenen Jahr beschlossen habe, im Rahmen einer energetischen Gebäudesanierung die Flachdächer der Wohnanlage Berliner Straße 39–49 sowie Weimarer Straße 1 schrittweise mit neuer Dämmung und neuer Abdichtung zu versehen. Die Arbeiten dienen damit nicht nur der Bausubstanz, sondern langfristig auch dem Energiesparen und dem Wohnkomfort.
Warum also ausgerechnet im Winter?
Nach Angaben der WO-GE-RA spielte die Kranlogistik eine zentrale Rolle: Man habe im Vorjahr mit dem Haus Berliner Straße 45 begonnen, um Erfahrungen zu sammeln. Weil der Kran bei einem zwischenzeitlichen Abzug „für etliche Monate“ nicht mehr verfügbar gewesen wäre, habe man sich entschieden, direkt im Anschluss die Häuser Berliner Straße 41–43 und danach Berliner Straße 39 anzugehen. Um die Risiken bei niedrigen Temperaturen zu reduzieren, sei die Dachfläche am Haus Berliner Straße 39 zunächst nur zur Hälfte freigelegt worden. Die Dämmung werde in diesem Bereich bereits in dieser Woche verlegt; der zweite Teil solle ab der kommenden Woche geöffnet werden, die Aufbringung der Dämmung sei ab der 8. Kalenderwoche vorgesehen.
Gleichzeitig räumt die Genossenschaft ein, dass sich Beeinträchtigungen nicht vollständig vermeiden lassen: Dachgeschosswohnungen seien während der Bauphase „einem stärkeren Auskühlungsprozess“ ausgesetzt, außerdem bestehe bei fehlender Dachabdichtung grundsätzlich das Risiko eindringender Feuchtigkeit. Betreut werde die Maßnahme durch Mitarbeitende der technischen Abteilung sowie den Hausmeister als Ansprechpartner vor Ort. Außerdem bietet die WO-GE-RA Unterstützung an: Heizlüfter würden bei Bedarf bereitgestellt, zusätzliche Stromkosten pauschal erstattet. Gemeldete Feuchtigkeitsschäden würden durch einen externen Malerbetrieb begutachtet und – nach einer möglichen Bautrocknung – auf Kosten der WO-GE-RA beseitigt.
Dass die Genossenschaft so konkret reagiert, passt zu ihrem Selbstverständnis: Zweck der WO-GE-RA ist laut Satzung die Förderung ihrer Mitglieder „durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung“. Als lokal verwurzelte Genossenschaft mit Sitz an der Poststraße in Ratingen verwaltet sie einen großen Bestand (Einheiten im vierstelligen Bereich), und investiert fortlaufend in Modernisierung und Neubau. In der Stadt gilt sie – trotz Größe und vieler Objekte – als Vermieter, der sich kümmert und für Anliegen von Mitgliedern und Mietern immer ansprechbar ist.
Gute Resonanz
Gerade in diesem Punkt fällt die WO-GE-RA besonders positiv auf. Im Vergleich mit einem anderen grossen Vermieter der Stadt, der LEG Immobilien SE, sind die Objekte gut betreut. Auch unsere Redaktion stellt fest, dass man obwohl man sich bereits im Vorjahr wegen dauernder Heizungsausfälle und Mieterbeschwerden an die LEG gewandt habe bisher keine Reaktion oder Stellungnahme erfolgt ist. Nach Angaben Betroffener erfolgte auch keine nachhaltige Beseitigung der Missstände. Die LEG betont auf ihren Kanälen zwar, Reparaturen schnell und professionell abzuwickeln. Wenn jedoch Rückmeldungen ausbleiben und Probleme über längere Zeit fortbestehen, wird das für Mieter zum negativen Beispiel dafür, was passiert, wenn Objektmanagement und Kommunikation nicht funktionieren.
Für die betroffenen WO-GE-RA-Mieter bleibt entscheidend, dass die angekündigten Schritte jetzt zügig umgesetzt werden und dass Hilfen wie Heizlüfter, Kostenerstattung und Schadenbeseitigung unbürokratisch erfolgen. Die Genossenschaft hat dazu klare Zusagen gemacht und signalisiert auch weiter Gesprächsbereitschaft. Damit ist zumindest eines gewährleistet: Die Sorgen der Bewohner werden gehört und das ist oft der wichtige erste Schritt zu einem gedeihlichen Verhältnis zwischen den Parteien.


