Ratingen | Wenn sich die Stadthalle in einen rot-weißen Hexenkessel verwandelt, dann ist in Ratingen wieder „Viva Ratingia“ – die große Funkenfete der Stadtgarde Funken Rot-Wiss. Am Dienstagabend, 13. Januar 2026, war das Haus erneut bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Karten waren seit Monaten vergriffen, und wer einmal dabei war, weiß: Diese Nacht ist längst ein fester Termin im Ratinger Karneval.
Was sich wie das Who’s who des Kölner Musik-Karnevals liest, wurde in Ratingen zur Realität: Höhner, Cat Ballou, Brings, Druckluft und Kasalla standen auf der Bühne und lieferten Hit an Hit. Dazu passte die Kulisse der Stadthalle, die mit ihrem großen Saal und Platz für rund 1.000 Gäste genau das Format bietet, das diese Party braucht: laut, eng, ausgelassen – und vor allem gemeinschaftlich.
Für die vielleicht schönste „Dekoration“ sorgten allerdings nicht Bühne oder Licht, sondern das Publikum selbst: kreative Kostüme, liebevoll ausgearbeitete Mottogruppen und immer wieder diese kleinen Einmärsche, wenn eine verkleidete Truppe geschlossen durch die Reihen zog. Genau das macht den besonderen Reiz aus: „Viva Ratingia“ ist nicht nur Konzertabend, sondern gelebter Straßenkarneval unter Dach – mit allem, was dazugehört. Schon in den letzten Jahren beschrieb die lokale Berichterstattung „Viva Ratingia“ als Abend voller entfesselter Lebensfreude – ein Eindruck, der sich auch diesmal nahtlos fortsetzte.
Ein Glanzpunkt des Programms war die Fauth Dance Company mit ihren „Gentlemen“: präzise, athletisch, charmant – und mit einer Choreografie, die für spürbares Raunen, Jubel und stehende Ovationen sorgte. Und auch die Eigengewächse der Funken zeigten, dass man sich vor den „Großen“ nicht verstecken muss: Die Boyband „Hahnenschrei“ und die große Tanzgarde „Hühnerstall“ setzten karnevalistische Ausrufezeichen und wurden dafür entsprechend gefeiert.
Durch den Abend führte Präsident und Vorsitzender Michael Droste. Klaus Rehsen, Vize in beiden Funktionen, konnte an diesem Abend krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch – im Gegenteil: Das Publikum machte die fehlende Stimme am Mikro mit noch mehr Mitsingen und noch mehr Applaus wett. Als das Prinzenpaar der Stadt Ratingen mit großem Gefolge seine Aufwartung machte, stand die Halle endgültig auf Anschlag: Ratingen Helau – und das im Chor.
Und wie es bei Erfolgsgeschichten nun einmal ist: Nach der Party ist vor der Party. Die Roten Funken blicken bereits nach vorn und kündigen „Viva Ratingia“ für den 12. Januar 2027 an – dann mit Kasalla, Klüngelköpp, Paveier, Auerbach und Lupo. Der Hexenkessel ist damit schon jetzt vorprogrammiert.

