Pradeep Pinakatt, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor am Düsseldorfer Flughafen mit den Teilnehmerinnen des Girls‘ Day und beteiligten Partnern. Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese.
Pradeep Pinakatt, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor am Düsseldorfer Flughafen mit den Teilnehmerinnen des Girls‘ Day und beteiligten Partnern. Foto: Flughafen Düsseldorf / Andreas Wiese.

Düsseldorf. Selin Su Mollberg (22) absolviert derzeit am Düsseldorfer Airport im zweiten Ausbildungsjahr eine Ausbildung zur Mechatronikerin. In ihrem Berufsfeld ist sie aktuell die einzige Frau am Standort. Denn noch immer ist es so, dass technische Berufsbilder weitestgehend in männlicher Hand sind. Dass die klassischen Männerdomänen aber auch für junge Frauen sehr attraktiv und spannend sein können, haben 95 Schülerinnen, größtenteils des Düsseldorfer Max-Planck-Gymnasiums, am Airport aus erster Hand miterlebt.


Ob beim Besuch der Halle 7 für Flugzeugwartung, der Bundespolizeiinspektion, der Flughafen Düsseldorf Ground Handling GmbH (FDGHG), des Airside Operations Managements, der neuen Hauptfeuerwache des Flughafens, des Fluglärmmessprojekts oder der Ausbildungswerkstatt des Airports – die jungen Besucherinnen hatten vor Ort die Gelegenheit, sich selbst auszuprobieren, fleißig mitanzupacken, Erfahrungsberichten aus erster Hand zuzuhören und danach ihre eigenen Fragen zu platzieren – und so in den operativen Arbeitsalltag einzutauchen.

„Wir unterstützen den Aktionstag schon seit vielen Jahren – und freuen uns, wenn er dazu beiträgt, dass sich junge Frauen nach ihrem Schulabschluss beispielsweise für eine Ausbildung zur Elektronikerin oder Werkfeuerwehrfrau oder für ein duales Studium bei uns am Airport entscheiden“, so Pradeep Pinakatt, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor am Düsseldorfer Flughafen. „Denn Technik ist nicht nur was für Jungs. Sie ist spannend. Bietet vielfach ungeahnte Möglichkeiten. Und eröffnet häufig ganz neue Sichtweisen. Die Frauen, die hier bei uns am Airport in operativen Bereichen tätig sind, haben sich natürlich nicht nur während ihrer Ausbildung, sondern auch im Anschluss danach in der vermeintlichen Männerwelt erfolgreich behauptet.“

Der Frauenanteil unter den angehenden Mechatronikern, Fachinformatikern, Elektronikern und Industrie- und Anlagenmechanikern liegt deutschlandweit gerade einmal bei zwischen zwei und zehn Prozent. Das spiegelt sich auch am Düsseldorfer Airport wider: Von aktuell 35 Auszubildenden und Studenten in technischen Gewerken beziehungsweise bei der Feuerwehr sind nur drei weiblich. Dem gegenüber stehen sieben junge Frauen (und acht junge Männer), die derzeit eine kaufmännische Ausbildung oder ein Duales Studium im betriebswirtschaftlichen Bereich am DUS machen.

Die verschiedenen Stationen beim Girls‘ Day am Airport im Folgenden auf einen Blick:

Eurowings

Bei Eurowings bekamen die Mädchen die Gelegenheit, das Cockpit und die Technik eines Airbus zu entdecken. In der Technikhalle schauten sie zwei Pilotinnen der Fluggesellschaft über die Schulter und erfuhren interessante Details über den Berufsalltag, die Ausbildung und das Training im Beruf. Anschließend erfuhren die Mädchen, worauf es beim Outside Check, also dem Kontrollgang um das Flugzeug, ankommt. Zusätzlich erhielten sie aus erster Hand spannende Einblicke in die Ausbildung zur Fluggerätmechanikerin.

Bundespolizei

Spannend wurde es auch bei der Bundespolizei: Wer wollte, konnte eine Körperschutzausstattung anprobieren und sich so wie in einem echten Polizeieinsatz fühlen. Außerdem stellte ein Diensthundeführer der Bundespolizeiinspektion Flughafen Düsseldorf die Aufgaben seiner Sprengstoffspürhündin anhand praktischer Beispiele vor.

FDGHG und Airside Operations Management

Bei der Flughafentochter FDGHG ging es in luftige Höhen. Das Unternehmen ist unter anderem für die Enteisungen der Flugzeuge zuständig. Daher hieß es hier: rauf auf den „Elefanten“, also auf das Enteisungsfahrzeug.

Das Team des Airside Operations Managements nahm die Gäste darüber hinaus mit auf eine spannende Fahrt über das Vorfeld. Und das nicht nur in irgendeinem Gefährt, sondern in dem Flughafenwagen schlechthin: in einem schwarz-gelb-karierten Follow-me-Fahrzeug.

Ausbildungswerkstatt

In der Ausbildungswerkstatt des Airports war handwerkliches Geschick gefordert. Hier konnten die Teilnehmerinnen ihr eigenes Andenken in Form des Modellflugzeugs „DUS-Flieger“ selbst löten.

Flughafenfeuerwehr

Ein weiteres Highlight war der Besuch der Feuerwehrwache. Einblicke in spezielle Bereiche wie die Atemschutz- oder Feuerlöschgerätewerkstatt, die Höhensicherung, aber auch den klassischen Rettungsdienst inklusive. Und wie sieht eigentlich die typische Schutzausrüstung aus? Darüber hinaus konnten die Schülerinnen selbst auf den Fahrersitz des „Panther“ klettern und die Funktionen des Flugfeldlöschfahrzeugs testen.

Fluglärm- und Luftqualitätsmessungen

„Wie laut ist eigentlich laut?“ und „Man sieht es nicht, man riecht es nicht – und doch lässt es sich präzise messen?“ – diesen Fragen gingen die Schülerinnen im Rahmen der Fluglärm- und Luftqualitätsmessungen nach. Dabei wurden die akustischen Kenngrößen nicht nur theoretisch betrachtet, sondern in unmittelbarer Nähe zur Start- und Landebahn mit dem Messbus sowie einem Handschallpegelmesser erfasst und eingeordnet. Zwischen den Messungen der startenden Flugzeuge haben die Nachwuchsingenieurinnen erfahren, wie die Daten der insgesamt 13 Messstationen im Umfeld des Flughafens weiterverarbeitet werden. Eine Girls‘ Day-Premiere gab es auch. Die Schülerinnen erlebten erstmals live, wie Feinstaub, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide in der Luft erfasst werden und warum Wetterlagen wie Windstille oder Niederschlag die Messwerte beeinflussen können. So wurde sichtbar, warum Messen, Überprüfen und Wetterbeobachtung untrennbar zusammengehören und das Wetter auch bei der Fluglärmmessung eine Rolle spielt.

Über den Girls‘ Day

Der Girls’ Day fand in Deutschland erstmalig 2001 als Mädchen-Zukunftstag statt und wird mittlerweile in über 30 Ländern begangen – beispielsweise in Belgien, Estland, Frankreich, Italien, Kosovo, Luxemburg, Liechtenstein, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. Aber auch in Ägypten, Äthiopien, Kirgisistan, Libanon, Japan und Südkorea. Nähere Informationen liefert das Web beispielsweise unter https://www.girls-day.de/.