Gruppe vor Petersdom in Rom, Italien
Der Sänger des Knabenchors vor dem Petersdom in Rom, Italien. Foto: Knabenchor Hösel

Ratingen/Rom. Auf Einladung der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra, gastierten die Rheinischen Sängerknaben des Knabenchor Hösel am dritten Adventswochenende in der „ewigen Stadt“ Rom und im Vatikan.

Zusammen mit dem bekannten Konzertsänger Heiko Reissig und dem Leipziger Organisten Johannes Krahl hatten die Ratinger Chorknaben die Ehre, ein Weihnachtskonzert in Rom zu geben und eine Messe in der Basilika St. Peter im Vatikan mitzugestalten.

Bei Kaiserwetter hatte der Knabenchor, der auch Botschafter der Fondazione sowie des Landes Nordrhein-Westfalen ist, zunächst ein Programm der kulturell-historischen Bildung absolviert. Unter anderem ging es zum Campo Santo Teutonico (Deutscher Friedhof), auf dem viele durchaus bekannte, deutsche Persönlichkeiten, wie Johann Gottfried Herder, begraben sind. Die Chorknaben konnten aber auch Einblick in den geheimen Teil des Kirchenstaates nehmen. Der Rundgang vermittelte die Geschichte und Bedeutung des Vatikans als Völkerrechtssubjekt, der übrigens – zwar vom italienischen Staatsgebiet umgeben –  nicht Mitglied der Europäischen Union ist.

Am Samstag haben die Höseler Chorknaben dann ein Weihnachtskonzert in der Chiesa Sant‘ Ignazio di Loyola gegeben. Die zweite große Jesuitenkirche ist für ihre herausragenden perspektivischen Fresken bekannt. So ist die große Kuppel, für deren Bau das Geld nicht mehr reichte, perspektivisch nachgebildet. Aber nicht nur die Architektur, sondern auch die Akustik ist in der Kirche hervorragend, weswegen sie gerne für Konzerte genutzt wird. Das Programm des Knabenchors war sowohl mit klassischen Werken als auch neueren Liedern sowie klassischen, deutschen Weihnachtsliedern bestückt. Dabei bildete das beliebte „O du fröhliche“ den Höhepunkt. Das Konzert war, bei aller Konkurrenz, die es in Rom an den Wochenenden gibt, mit mehreren hundert Zuhörern, sehr gut besucht. Sie würdigten das Zusammenspiel zwischen Chor, Orgel und Tenor, indem sie großzügigen Applaus spendeten. Chordirektor Toralf Hildebrandt zeigte sich zufrieden: „Es war ein sehr gelungenes Konzert in einem prächtigen, historischen Kirchenbau vor einem sehr begeisterten Publikum. Was will man mehr.“ Im Publikum waren auch Personen wie der Botschafter von Haiti beim Heiligen Stuhl, Jean Jude Piquant.

Den Höhepunkt der Reise bildete der Gottesdienst in der Herzkammer des Christentums, der Basilika St. Peter im Vatikan. Hier durften die Höseler Chorknaben aus Ratingen die sonntägliche Abendmesse mitgestalten. Für die jungen Sänger sicher eine Ehre, die man nicht so oft im Leben bekommt. Mit Johannes Krahl an der Orgel und dem Tenor Heiko Reissig meisterten die Choristen auch diese Aufgabe bravourös. Die zahlreich erschienenen Gläubigen bedankten sich auch hier mit einem herzlichen Applaus. Für Toralf Hildebrandt war dies nicht das erste Mal. Dennoch sagt er: „Dieses atemberaubende Kunstwerk beeindruckt einen immer aufs Neue. Hier singen zu dürfen ist immer ein ganz besonderes Ereignis. Wir haben uns auch lange darauf vorbereitet.“

Insgesamt ein gelungenes Wochenende, in jedem Fall ein Highlight. Und es könnte noch ein „Nachspiel“ im Fernsehen haben. Die Höseler Chorknaben wurden am gesamten Wochenende von einem Kamerateam begleitet.