Die SUPCOMs kommen in Fahrt, Bild: Alexander Heinz
Die SUPCOMs kommen in Fahrt, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | „Nach der Pflicht die Kür“, so hatten die Ratinger Ice Aliens das Halbfinale gegen die Eisadler Dortmund selbst überschrieben. Zwei Meistertitel in Folge, eine starke Regionalliga-West-Saison, das Minimalziel Halbfinale war erreicht – jetzt kommen die Bonusspiele, in denen „was gehen kann, aber nichts muss“. Und genau diese Mischung aus Außenseiterrolle und Aufbruchsstimmung war am Freitagabend in der Eissporthalle zu spüren.


Denn die Ausgangslage vor Spiel eins wirkte auf dem Papier eindeutig: Dortmund verfügt über deutlich höhere Zuschauerzahlen, mehr Sponsoren, größere VIP-Strukturen und damit auch über einen wesentlich höheren Kaderetat. Während Dortmund – wie auch Essen – offen mit Oberliga-Ambitionen liebäugelt, war in Ratingen zuletzt vor allem Zusammenhalt gefragt. Cheftrainer Frank Gentges hatte es in der Halbfinal-Vorschau klar benannt: Dortmund müsse aufgrund der finanziellen Möglichkeiten und der Gegebenheiten als Favorit gelten, und die Schere sei in dieser Saison noch einmal weiter auseinandergegangen. Umso wichtiger sei es, „sich ausschließlich auf uns zu konzentrieren, voll auf Linie zu bleiben und unser Bestmögliches abzuliefern“.

Genau das setzten die Aliens gegen einen hoch ambitionierten Gegner um – und belohnten sich. In einer intensiven, taktisch geprägten Partie, in der beide Teams lange Zeit kaum klare Räume zuließen, stand es nach 40 Minuten 0:0. Erst im Schlussdrittel fiel die Führung: Bryce Irwin brachte Ratingen in der 49. Minute in Front, doch Dortmund fand die Antwort und glich wenig später aus. In der Overtime blieb es beim 1:1 – beide Mannschaften agierten kontrolliert, der entscheidende Fehler sollte nicht passieren.

Die Entscheidung fiel schließlich im Penaltyschießen: Mathias Onckels verwandelte den entscheidenden Versuch und sicherte den Ice Aliens den 2:1-Erfolg. Ein Sieg, der nicht nur den Auftakt in diese Halbfinalserie vergoldet, sondern vor allem eines zeigt: Auch wenn Dortmund Favorit bleibt, ist diese Serie offen – und Ratingen hat sich den Glauben an die eigene Chance erarbeitet.

Auswärts mit Rückenwind: Fanbus nach Dortmund
Passend zur wachsenden Euphorie rührt auch die Fanszene die Trommel. Für die SUPCOMs organisiert der Verein für das Auswärtsspiel in Dortmund einen Fanbus. Für diese besondere Fahrt, die den Dank der Ice Aliens für die tolle Unterstützung durch die SUPCOMs ausdrückt, gibt es noch Restkarten, die über den Verein erhältlich sind. Wer die Mannschaft in der Fremde unterstützen und das Halbfinale als gemeinsames Erlebnis mitnehmen will, sollte sich daher zeitnah beim Fanbeauftragten melden.

Mit dem Auftaktsieg im Rücken gilt nun: fokussiert bleiben, weiter auf Linie, weiter als Einheit. Die Bonusspiele sind plötzlich mehr als nur Zugabe – sie sind eine echte Chance.