Bürgermeister Patrick Anders macht gerne gemeinsame Sachen mit Kindern, am 17.6. Wird die Zeitkapsel versenkt, Bild: Alexander Heinz
Bürgermeister Patrick Anders macht gerne gemeinsame Sachen mit Kindern, am 17.6. Wird die Zeitkapsel versenkt, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Der 17. Juni ist ein Tag der Erinnerung. In Ratingen wird er in diesem Jahr zugleich zu einem Tag des Ausblicks. Am Mittwoch, 17. Juni 2026, legt Bürgermeister Patrick Anders um 16 Uhr am Berlin-Gedenkstein am Bürgerhaus einen Kranz nieder. Er erinnert damit an den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953, der von der damaligen Staatsmacht blutig niedergeschlagen wurde.


Vor 73 Jahren gingen Menschen in der DDR auf die Straße, um für Freiheit, bessere Lebensbedingungen und demokratische Rechte einzutreten. Viele von ihnen nahmen dabei große persönliche Risiken auf sich. Gerade deshalb bleibt dieser Tag mehr als ein historisches Datum. Er ist Mahnung, Erinnerung und Auftrag zugleich.

Direkt im Anschluss an die Kranzniederlegung schlägt Ratingen im Jubiläumsjahr den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft. Auf dem Marktplatz wird eine Zeitkapsel im Boden versenkt. Sie enthält Briefe von Ratinger Grundschulkindern, die ihre Gedanken, Wünsche und Visionen für die Stadt der Zukunft aufgeschrieben haben.

Beteiligt sind vierte Klassen der Johann-Peter-Melchior-Schule, der Suitbertusschule und der Erich-Kästner-Schule. Die Kinder beschreiben darin, wie sie sich Ratingen in 50 Jahren vorstellen, was ihnen wichtig ist und welche Träume sie für ihre Stadt haben. Einige Schülerinnen und Schüler werden ihre Briefe bei der Veranstaltung selbst vorlesen.

Die Zeitkapsel wird anschließend gemeinsam mit der letzten Ratsniederschrift und aktuellen Tageszeitungen versiegelt und in der Nähe des Brunnens auf dem Marktplatz eingelassen. Eine Bronzeplatte verschließt die Stelle. Geöffnet werden soll die Kapsel erst wieder im Jahr 2076, wenn Ratingen das nächste große Stadtjubiläum begeht.

Dann wird eine neue Generation nachlesen können, was Kinder des Jahres 2026 von ihrer Stadt erwartet, erhofft und erträumt haben. So verbindet die Veranstaltung die Erinnerung an den Freiheitswillen früherer Generationen mit der Verantwortung für jene, die Ratingens Zukunft gestalten werden.