Ratingen | Die Stadt will den Springer-Pool in den städtischen Kindertageseinrichtungen ausbauen. Künftig sollen dort statt bisher sechs zehn Stellen zur Verfügung stehen, um personelle Ausfälle in den Einrichtungen besser aufzufangen. Ziel ist es, Betreuungseinschränkungen für Familien möglichst zu verringern.
Hintergrund der Entscheidung ist die weiterhin angespannte Lage in vielen Kitas. Krankheitsbedingte Personalausfälle führen immer wieder dazu, dass Öffnungszeiten reduziert oder Betreuungsangebote eingeschränkt werden müssen. Teilweise kommt dabei auch die sogenannte Päckchenlösung zum Einsatz, bei der nur eine begrenzte Zahl von Kindern gleichzeitig betreut werden kann.
Schon jetzt unterstützen sich die städtischen Einrichtungen gegenseitig, indem Personal zwischen den Kitas abgestimmt eingesetzt wird. Nach Einschätzung der Verwaltung stoßen diese Möglichkeiten jedoch an Grenzen. Springerkräfte würden in der Praxis vor allem im Spätdienst gebraucht. Im Frühdienst sei ihr Einsatz aus pädagogischen Gründen nur eingeschränkt sinnvoll, weil Kinder und Eltern möglichst vertraute Bezugspersonen erleben sollten. Auch Teilzeitkräfte könnten wegen eigener familiärer Verpflichtungen nur begrenzt zusätzlich eingebunden werden.
Mit der Erweiterung des Springer-Pools verbindet die Stadt die Hoffnung, den Betrieb in den Einrichtungen stabiler zu gestalten. Zugleich bleibt offen, ob die zusätzlichen vier Stellen langfristig ausreichen werden, um die Situation spürbar zu entspannen.
Neben der personellen Verstärkung sollen künftig auch jährlich Mittel für eine App zur Bildungsdokumentation in den Kitas bereitgestellt werden. Damit will die Stadt nach eigener Darstellung die pädagogische Arbeit unterstützen und Dokumentationsprozesse modernisieren.
