
Ratingen | Im Bürgerhaus in Ratingen-Mitte saßen Händlerinnen und Händler aus ganz unterschiedlichen Branchen beieinander, vom Einzelhandel bis zu Dienstleistern. Eingeladen hatte die Ratingen Marketing GmbH (RMG), um die neue Ratingen Card vorzustellen, sie soll die Dumeklemmercard ablösen und vor allem eines erreichen: Kaufkraft in der Stadt halten, die Innenstadt und die Stadtteile beleben und den lokalen Angeboten im Wettbewerb mit dem Onlinehandel Rückenwind geben.
Vor Ort war neben Dirk Bongards (Geschäftsführer der RMG) auch Jessina Frenzel von der RMG die die Ratingen Card betreut. Den Vortrag hielt Dieter Deninger vom Kartenanbieter. Der Tenor des Abends: Erlebnisorientiertes Einkaufen, Gastronomie, Kultur und Veranstaltungen funktionieren in Ratingen nur dann als Anziehungspunkt, wenn möglichst viele Akteure mitziehen, und wenn Kunden einen einfachen Anreiz bekommen, ihr Geld vor Ort auszugeben.
Drei Funktionen in einer Karte
Die RatingenCARD ist „eine Karte mit unzähligen Möglichkeiten“ und bündelt Gutschein, Bonus und Mitarbeiter-Sachbezug.
GutscheinCARD: Guthaben kann flexibel aufgeladen werden, laut Anbieter bis maximal 250 Euro.
BonusCARD: Partner können ihren Kundinnen und Kunden Boni geben, der Bonus wird „in Echtzeit“ als Guthaben gutgeschrieben.
MitarbeiterCARD: Unternehmen können steuerfreie Sachzuwendungen, etwa bis zu 50 Euro monatlich oder 60 Euro zu besonderen Anlässen, über die Karte abbilden.
Aus Händlersicht ist das attraktiv, weil es nicht nur um einen Geschenk-Gutschein geht, sondern um wiederkehrende Nutzung. Wer Bonus sammelt oder das Arbeitgeber-Extra in Ratingen ausgibt, kommt öfter in die Geschäfte, nicht nur einmal im Jahr zu Weihnachten.
Einfacher für Händler
Ein zentrales Verkaufsargument in der Runde war die leichtere Handhabung am Point of Sale. Laut Dieter Deninger genügt im Alltag das Scannen eines Barcodes, ohne neue Geräte, möglich per Händler-App und Web-Portal oder Schnittstelle. Dazu kommen aus Sicht des Projekts praktische Punkte wie kurze Vertragsstrecke, keine Vertragsbindung und die Möglichkeit, bei Bedarf wieder auszusteigen.
Ein transparentes Online-Portal für Administration und Reporting, plus Support und wiederkehrende Trainings, damit auch kleinere Betriebe ohne große IT-Ressourcen schnell starten können ergänzen die Karte.
Die alte Dumeklemmercard wird abgelöst
Für viele Kundinnen und Kunden ist wichtig, was mit alten Guthaben passiert. Laut Dieter Deninger kann die „alte“ Dumeklemmer Card seit dem 23.05.2025 nicht mehr eingelöst werden, sie kann aber bis zum 31.12.2028 bei der Ratingen Marketing GmbH (Lintorfer Straße 29) in eine neue RatingenCARD umgetauscht werden. Damit soll der Übergang ohne Vertrauensverlust gelingen.
„Das ist ein Mehrwert für alle“
Wie schnell der Funke überspringen kann, zeigte am Abend ein konkretes Beispiel aus dem Handel. Michaela Rang von der Blumenecke Rang (Werdener Straße) beantragte die Karte direkt nach dem Vortrag und war positiv überrascht von den Möglichkeiten:
„Ich hatte überlegt mit einigen befreundeten Händlerkollegen gemeinsam eine Art Kundenkarte oder eine Bonuskarte zu erstellen. Die Ratingen Card bietet aber alle Funktionen die wir uns vorgestellt hatten und sogar noch ein paar zusätzliche Funktionen an die wir gar nicht gedacht hatten.“
Rang verband das Lob mit einem Appell an die Kolleginnen und Kollegen, möglichst viele sollten mitmachen, damit in der Summe ein echter Effekt entsteht. Ihr Satz bringt das Ziel auf den Punkt: „Das Geld, das in Ratingen verdient wird in der Stadt bleibt ist im Interesse aller Bewohner damit unsere Stadt genauso lebenswert bleibt wie sie ist.“
Genau darauf zielt die Ratingen Card ab: Sie soll den lokalen Einkauf nicht moralisch einfordern, sondern praktisch belohnen, mit Bonus, Gutschein und Arbeitgeberfunktion. Je breiter der Branchenmix wird, desto eher wird die Karte im Alltag zur Selbstverständlichkeit, und desto stärker kann sie das werden, was am Abend im Bürgerhaus mehrfach mitschwang: ein gemeinsames Instrument, das der Stadt und ihren Betrieben messbar hilft.
