Ratingen (AH) | Wenn der Jüdische Kulturverein Schalom zu Purim einlädt, dann geht es nicht nur um ein Fest im Kalender, sondern um gelebte Gemeinschaft.
Purim erinnert im Judentum an die Rettung der Juden im Perserreich, wie sie im Buch Esther überliefert ist. Bis heute ist das Fest mit Freude, Dankbarkeit, Geselligkeit, dem Teilen von Speisen und der offenen Einladung an Freunde, Bekannte und Nachbarn verbunden.
Gerade diese Mischung aus Erinnerung, Zuversicht und gastfreundlicher Offenheit machte auch die diesjährige Feier des Kulturvereins Schalom im Freizeithaus West besonders spürbar. Purim 2026 fiel auf den Abend des 2. März und dauerte bis zum Abend des 3. März.
Auf Einladung des Vereins waren mehr als 130 Gäste zusammengekommen. Bis 23 Uhr wurde gemeinsam gebetet, gefeiert, gesprochen, gegessen und gelacht. Der Abend war geprägt von einer Atmosphäre, in der sich die Gäste erkennbar wohlfühlten und die Mitglieder von Schalom ebenso sichtbar mit großer Freude Gastgeber waren. Genau darin lag die eigentliche Stärke dieser Veranstaltung: Sie war nicht nur ein Fest für die Mitglieder des Vereins, sondern ein offenes Zeichen dafür, wie jüdisches Leben in Ratingen sichtbar, herzlich und selbstverständlich Teil des städtischen Miteinanders ist.
Inhaltlich knüpfte die Feier an den vertrauten Purim-Gedanken an, gewann in diesem Jahr aber noch einmal durch eine besonders gelungene Karaoke-Einlage an Schwung. Dabei machten nicht nur die jüngsten Mitglieder von Schalom mit, sondern auch der Vorstand und zahlreiche weitere Gäste. Das sorgte für eine lockere, fröhliche Stimmung und für genau jene Unbeschwertheit, die Purim auszeichnet.
Bild: Blick auf die Buhne bei der Purim Feier, Bild: Alexander Heinz
Unter den Gästen waren die ersten stellvertretenden Bürgermeister der Städte Ratingen und Heiligenhaus, Michael Droste und Florian Genbrock, ebenso Mitglieder von CDU, SPD, Grünen und FDP. Ebenfalls anwesend waren Dr. Wladislaw Korenblum, stellvertretender Gemeinderatsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, sowie Ataman Yildirim, der unter anderem bei der AWO Düsseldorf im Bereich Interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierungsarbeit tätig ist und in Ratingen die ILAN Initative unterstützt. Vlad Ilstein und Elena Ferres als Vorstand von Schalom begrüssten auch den Ehrenvorsitzenden Vadym Friedmann unter den Gästen.
Dass der Abend in dieser Form gelingen konnte, war nicht zuletzt dem ehrenamtlichen Einsatz vieler Vereinsfamilien zu verdanken. Die dargebotenen Speisen, die liebevolle Gestaltung und das festliche Ambiente waren Ausdruck eines Engagements, das nicht im Vordergrund stehen will und doch den ganzen Charakter eines solchen Abends prägt. So wurde die Purim-Feier des Kulturvereins Schalom auch in diesem Jahr zu einem starken Bild für das, was gesellschaftliches Miteinander in Ratingen bedeuten kann: offen, herzlich, lebendig und getragen von Menschen, die mit großer Hingabe Brücken bauen.
Bild: Blick auf die Buhne bei der Purim Feier, Bild: Alexander Heinz



