Stephan Mayer und Dr. David Skrabania © SHOS | OSLM, Schieweck
Stephan Mayer und David Skrabania Foto: SHOS | OSLM, Schieweck

Ratingen. Der Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Stephan Mayer, hat am 16. Juli das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen-Hösel besucht. Der Besuch ging auf eine Einladung aus den Stiftungsgremien zurück und setzte nach Einschätzung Mayers ein starkes Signal für die Zukunft des Hauses.


Mayer zeigte sich erfreut, dass die Diskussion über eine mögliche Verlegung des Museums endgültig beendet ist. Nun könne der Fokus vollständig auf die Stärkung des bestehenden Standorts gelegt werden – auch mit Unterstützung und Mitteln des Deutschen Bundestages. Bei einer Führung durch die Dauerausstellung, die Sonderausstellung sowie die beiden Escape Rooms gewann er einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Hauses. Besonders hob er das moderne didaktische Konzept hervor: Die zeitgemäße Gestaltung der Sonderausstellung zeige, wie Geschichte anhand authentischer Objekte lebendig vermittelt werden kann und dabei auch Menschen ohne persönlichen Bezug zu Oberschlesien erreicht.

„Der Besuch von Stephan Mayer ist für das Oberschlesische Landesmuseum ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und des Vertrauens. Er macht deutlich, dass unser Haus als bundesweit bedeutende Einrichtung zur Geschichte und Kultur Oberschlesiens wahrgenommen wird und seine Zukunft am Standort Ratingen gesehen wird“, kommentiert David Skrabania, Direktor des Oberschlesischen Landesmuseums. „Die klare Unterstützung des Präsidenten des Bundes der Vertriebenen und Bundestagsabgeordneten bestärkt uns darin, den begonnenen Erneuerungsprozess mit der neuen Dauerausstellung und einem modernen Vermittlungskonzept konsequent fortzusetzen. Gemeinsam mit unseren Trägern und Förderern möchten wir das Oberschlesische Landesmuseum als wissenschaftlich fundierten, lebendigen und attraktiven Ort der Geschichte, Kultur und Begegnung weiterentwickeln.“

Austausch mit Stiftungsgremien

Nach der Führung nahm sich Mayer Zeit für einen persönlichen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Stiftungsversammlung, der Landsmannschaft der Oberschlesier, Kreisgruppe NRW, sowie des Fördervereins des Oberschlesischen Landesmuseums. Mit Blick auf die Zukunft sicherte er zu: „Sie können sich sicher sein, dass ich in meiner Funktion alles in meiner Macht Stehende tun werde, um die weitere Stärkung des Oberschlesischen Landesmuseums zu unterstützen.“

Aufgrund von Terminüberschneidungen fiel das persönliche Zusammentreffen mit Vorstandsvorsitzendem Sebastian Wladarz kurz aus. Dessen Vorschläge zur langfristigen Zukunft des Standorts lagen Mayer jedoch bereits vorab schriftlich vor. Wladarz bot an, die Gespräche fortzusetzen – auch in Berlin.

Modernisierung nach Dauerausstellung

Im Zentrum der Vorschläge steht die Zukunftsplanung des Standorts. Mit der Entscheidung des Bundestages, 870.000 Euro für die neue Dauerausstellung bereitzustellen, sei die Standortfrage geklärt. Nun gehe es darum, Voraussetzungen für eine dauerhafte Wirkung dieser Investition zu schaffen. Vorgesehen ist ein schrittweises Vorgehen: Zunächst soll die laufende Gebäudebegutachtung abgewartet werden, darauf aufbauend ein Modernisierungsplan sowie ein neues Museums- und Betreiberkonzept entstehen. Auch die novellierte EU-Gebäuderichtlinie mit künftigen Renovierungspflichten spielt in die Planung hinein.

Wladarz wirbt zudem dafür, dass sich der Bund über die Dauerausstellung hinaus an einer langfristigen Modernisierung beteiligt. Er verweist auf die Kulturausschuss-Sitzung des NRW-Landtags vom 13. November 2025, in der Kulturministerin Ina Brandes stärkeres Engagement des Bundes als entscheidend bezeichnet hatte.