
Ratingen. Mit dem schrittweisen Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen steht auch die Stadt Ratingen vor einer der größten bildungspolitischen Herausforderungen der vergangenen Jahre. Die CDU-Fraktion begrüßt daher die nun vom Rat beschlossenen Maßnahmen zur Finanzierung und Weiterentwicklung der Offenen Ganztagsschule (OGS) ab dem Schuljahr 2026/2027. Grundlage war eine umfangreiche Verwaltungsvorlage, die eine breit getragene Mehrheitsentscheidung ermöglicht hat.
Ab dem kommenden Schuljahr greift der Rechtsanspruch zunächst für die erste Klasse der Grundschulen und wird in den darauffolgenden drei Jahren schrittweise auf die weiteren Jahrgänge ausgeweitet. Gleichzeitig rechnet die Stadt mit einer sehr hohen Inanspruchnahme der OGS-Angebote von deutlich über 95 Prozent. Damit verbunden sind erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen für die Stadt Ratingen. Allein für die Durchführung der OGS-Angebote sind für 2026 Haushaltsmittel in Höhe von über 7,5 Millionen Euro vorgesehen, hinzu kommen zusätzliche Stellen in der Verwaltung.
„Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung verändert die Schullandschaft nachhaltig. Umso wichtiger ist es, dass Verwaltung und Politik frühzeitig tragfähige Lösungen erarbeiten und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die jetzt vorgelegte Sachdarstellung der Verwaltung ist umfangreich, nachvollziehbar und hat die Grundlage für eine breit getragene Entscheidung des Rates geschaffen“, erklärt Oliver Thrun, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.
Neben der Finanzierung der OGS-Angebote wurde auch eine neue Beitragsstruktur beschlossen. Die CDU befürwortet dabei insbesondere, dass die Anpassungen maßvoll ausfallen und gleichzeitig soziale Aspekte berücksichtigt werden. So bleibt die Betreuung bis zu einer Einkommensgrenze von 40.000 Euro weiterhin beitragsfrei. Zudem wird laut der Ratinger CDU die Geschwisterregelung deutlich familienfreundlicher ausgestaltet. Künftig zahlt das erste Geschwisterkind nur noch 30 Prozent des regulären Beitrags, weitere Geschwisterkinder bleiben beitragsfrei.
„Uns war wichtig, dass die notwendige Finanzierung der OGS nicht zu einer unangemessenen Belastung für Familien führt. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich die familienfreundliche Geschwisterregelung und die weiterhin beitragsfreien Einkommensbereiche. Gleichzeitig muss aber auch klar sein: Der Ausbau der Ganztagsbetreuung bedeutet enorme zusätzliche Kosten und einen erheblichen Personalaufwand für die Stadt“, erläutert Margret Paprotta, Vorsitzende des Schul- und Sportausschusses.
Positiv bewertet die CDU-Fraktion zudem den vorgesehenen Ausbau der Ferienbetreuung. Die OGS-Angebote sollen künftig bedarfsgerecht auch in den Ferien weiter ausgebaut werden, um Familien zusätzlich zu entlasten. Gleichzeitig wurde vereinbart, die tatsächlichen Teilnahmezahlen sowie die Auswirkungen der neuen Gebührenstruktur bereits bis Ende des Jahres erneut auszuwerten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Heins betont abschließend die grundsätzliche Bedeutung der Investitionen: „Grundschule und Offene Ganztagsschule sind heute entscheidende Bildungssäulen für die Zukunft unserer Kinder. Gute Betreuung, verlässliche Strukturen und moderne Bildungsangebote sind keine freiwillige Zusatzleistung mehr, sondern eine zentrale Aufgabe unserer Stadt. Deshalb ist es richtig, dass Ratingen diesen Weg nun entschlossen geht.“
