Evtl. bald ein Schandfleck weniger in der Stadt. Links Haus und Garagenhof an der Grabenstrasse. Bild: Alexander Heinz
Evtl. bald ein Schandfleck weniger in der Stadt. Links Haus und Garagenhof an der Grabenstrasse. Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Der geplante Abriss des leerstehenden Gebäudes an der Grabenstraße 8 gegenüber dem Museum Ratingen entwickelt sich zur stadtpolitischen Debatte. Ein offener Brief von Thomas Frühbuss, Vorsitzender der „Freunde und Förderer des Museum Ratingen e.V.“, an Bürgermeister Patrick Anders beflügelt die Debatte dabei erneut. Frühbuss fordert, die „Chance“ zum zügigen Abriss zu nutzen, weil das Gebäude und der Garagenhof aus seiner Sicht das Umfeld eines Museums beeinträchtigen, das für Programm und Räumlichkeiten regelmäßig gelobt werde.


In dem Schreiben wirbt Frühbuss zugleich für eine Zwischennutzung als Grünfläche, entweder dauerhaft oder bis zu einer späteren Gesamtlösung für das Areal. Genannt werden konkrete Ideen wie ein kleiner Skulpturenpark, Texttafeln zur Stadtgeschichte und wieder besser sichtbare Blickachsen auf die sanierte historische Stadtmauer. Auch praktische Aspekte kommen vor, etwa mögliche Fahrradabstellplätze für Museumsbesucher.

Parallel dazu treibt die CDU das Thema im politischen Raum voran. Nach Berichten aus dem Bezirksausschuss Mitte fordert die CDU-Fraktion nicht nur den Abriss von Grabenstraße 8, sondern auch die Beseitigung von Garagenhöfen im Bereich des Stadtgrabens am Trinsenturm. Ziel sei eine denkmalgerechte, grüne Aufwertung: zunächst als Verlängerung der Grünfläche mit Fußweg, perspektivisch ergänzt um eine tragfähige Lösung aus Grün und Teilbebauung.

Hinzu kommt ein städtebaulicher Rahmen, der die Diskussion zusätzlich auflädt. Laut Das Grundstück wurde von der Stadt im Kontext einer Vorkaufsrechtssatzung erworben, die auf „Stadtreparatur“ und die Erweiterung des ehemaligen Stadtgrabens zielt. Das passt zu Maßnahmen der vergangenen Jahre, in denen ein Teilstück im Umfeld der Stadtmauer bereits neu gestaltet wurde.

Der offene Brief verweist zugleich darauf, dass es im Rat bereits Vorbehalte gegen den Abriss gegeben habe, Frühbuss beruft sich dabei auf einen Bericht in der Rheinischen Post. Damit steht die zentrale Frage im Raum, ob Ratingen kurzfristig ein deutlich sichtbares Ärgernis beseitigt oder ob das Areal zunächst im Status quo verbleibt, bis eine größere Gesamtkonzeption politisch und finanziell abgesichert ist.

Für das Museum Ratingen, das an der Grabenstraße 21 liegt, ist die Diskussion mehr als ein Randthema. Aus Sicht des Fördervereins geht es um die Wirkung des gesamten Ensembles am historischen Rand des Innenstadtbereichs, Wegebeziehungen und den Eindruck, den neben Gästen aus der Stadt auch überregionale Besucher mitnehmen.

Frühbuss_Grabenstraße_8