Prinz Jörg I. und Ratingia Claudia III., ihr persönliches Motto "Zosamme" wird in Ratingen gelebt, Bild: Alexander Heinz
Prinz Jörg I. und Ratingia Claudia III., ihr persönliches Motto "Zosamme" wird in Ratingen gelebt, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Der Jahresbeginn ist in Ratingen längst mehr als Kalenderwechsel und gute Vorsätze. In allen Teilen der Stadt bringen Vereine, Initiativen, Kirchen und Verbände Menschen zusammen – mal im kleinen Rahmen, mal als größere Netzwerktreffen. Die Bandbreite zeigt: Die Stadtgesellschaft ist aktiv, organisiert sich selbstbewusst und setzt gleich zu Beginn des Jahres sichtbare Akzente.


Auffällig stark ist dabei der Bereich, in dem Glaube und Brauchtum ineinandergreifen. So lädt die katholische Kirchengemeinde St. Anna zu ihrem Neujahrsempfang ein – eingebettet in den kirchlichen Jahresauftakt und getragen von Musik und gemeinschaftlichem Beisammensein. In Lintorf prägen zudem traditionsreiche Strukturen das Programm: Bruderschaft und Corps haben Termine veröffentlicht, die vom Neujahrs-Umtrunk bis zum Neujahrsempfang reichen und damit den Jahresstart als gemeinschaftliches Ritual pflegen.
Auch der Karneval gehört in Ratingen früh zum „öffentlichen Takt“ des Jahres. Ein sichtbares Zeichen dafür ist der Karnevalsgottesdienst der Prinzengarde Rot-Weiss, der ausdrücklich Glauben und Brauchtum zusammenführt. Dass dabei der Besuch der Ratinger Prinzenpaare und Abordnungen verschiedener Gesellschaften erwartet wird, unterstreicht, wie sehr die närrische Tradition in der Stadt als verbindendes Element verstanden wird – und dass ein kurzer „Auftritt“ des Prinzenpaares bei der einen oder anderen Veranstaltung zum guten Ton gehört. Der Karnevalskalender führt darüber hinaus auch einen Neujahrsempfang der Spiesratze als festen Termin im Vereinsleben.
Neben Kirche und Brauchtum ist das Engagement der Stadtgesellschaft auch in ganz praktischen, sozialen Formaten sichtbar. Ein Beispiel ist der Neujahrsempfang im Seniorentreff Süd, der bewusst als offenes Treffen angelegt ist und zugleich einen Blick auf die Planungen des Jahres wirft. Kultur und Ehrenamt setzen ebenfalls früh ein Signal: Die Freunde und Förderer des Museum Ratingen verbinden ihren Neujahrsempfang mit einem öffentlichen Termin rund um das Museumprogramm – ein Hinweis darauf, wie sehr Kulturarbeit in Ratingen von bürgerschaftlicher Unterstützung getragen wird.
Auch die Wirtschaft setzt auf Austausch zu Jahresbeginn. Der Unternehmensverband Ratingen (UVR) veranstaltet seinen traditionellen Neujahrsempfang als Netzwerk- und Impulsformat – ein Klassiker, der zeigt, dass Jahresauftakt nicht nur im Vereinsheim stattfindet, sondern auch dort, wo Unternehmen und Institutionen die Lage diskutieren und Perspektiven entwickeln.
In diesen Kontext gehört auch der Neujahrsempfang des Bürgermeisters in der Stadthalle: Als städtischer Auftaktpunkt bündelt er das, was Ratingen ausmacht – das Miteinander derjenigen, die Verantwortung in unterschiedlichsten Rollen tragen, und das sichtbare Signal, dass ein neues Jahr gemeinsam eröffnet wird.
Unterm Strich entsteht ein Bild, das der Stadt gut zu Gesicht steht: Viele kleine und größere „Starts ins Jahr“ – getragen von Kirche, Brauchtum, Karneval, Kultur, Sozialarbeit und Wirtschaft. Ratingen wirkt nicht wie eine Stadt im Standby-Modus, sondern wie eine Stadt, in der man sich trifft, austauscht und die Dinge anpackt.