Ratingen | Rund um den Trinsenturm will die CDU-Fraktion Ratingen eine seit Jahren festgefahrene Situation auflösen: Im Bezirksausschuss Mitte forderte sie den Abriss des leerstehenden Gebäudes an der Grabenstraße 8 sowie die Beseitigung der Garagenhöfe im Bereich des Stadtgrabens. Das Ziel sei eine denkmalgerechte und grüne Aufwertung – als erster Schritt mit einer verlängerten Grünfläche und einem Fußweg, später ergänzt um eine dauerhaft tragfähige Lösung aus Teilbebauung und Grün. Der Bezirksausschuss habe die Verwaltung beauftragt, dies zunächst zu prüfen.
Die Fläche ist aus Sicht der CDU ein Schlüsselstück für eine „Stadtreparatur“: Das Grundstück wurde von der Stadt im Rahmen einer Vorkaufsrechtsregelung erworben, um die Erweiterung des historischen Grabens und die Neugestaltung im Umfeld der Stadtmauer überhaupt zu ermöglichen. Die Christdemokraten argumentieren, man könne jetzt pragmatisch starten, statt weitere Jahre auf „die große“ Gesamtplanung zu warten – zumal der Ratinger Museum und der Trinsenturm städtebaulich mehr „atmen“ sollten.
Scharf weist die CDU zugleich eine Darstellung der Grüne Ratingen zurück, es solle dort ein Interimsparkplatz entstehen. Im Antrag stehe ausdrücklich eine Grünanlage – ergänzt um Radabstellanlagen, auch für Lastenräder und Leichtkrafträder. PKW sollten nach CDU-Vorstellung in der Tiefgarage gegenüber untergebracht werden. „Die Behauptung … ist schlicht falsch“, sagt CDU-Sprecher Claus Köster. Auch Gerold Fahr betont, die unbewohnbare Immobilie gegenüber dem Museum passe nicht zu Anspruch und Wirkung dieses sensiblen Innenstadtbereichs.
Pikant ist der Streit auch deshalb, weil CDU und Grüne schon beim Stadtjubiläum aneinandergerieten: 2026 feiert Ratingen 750 Jahre Stadtrechte (verliehen am 11. Dezember 1276). Die CDU warb dafür, zum Jubiläum 75.000 Laubbaum-Setzlinge zur Aufforstung zu ermöglichen – finanziert auch über Spenden. Grüne, SPD und Bürger-Union hielten das Modell (unter anderem wegen hoher Ausfallquoten und Verwendung privater Flächen) für falsch und setzten auf 75 größere Stadtbäume an geeigneten Orten im Stadtgebiet.

