Kreis Mettmann. Die Asiatische Hornisse ist in unserer Region angekommen. Die invasive Art frisst kiloweise heimische Insekten und stellt auch eine Gefahr für spielende Kinder und unachtsame Gartenbesitzer dar. Die Imkervereine bitten Nestfunde zu melden, von eigenmächtigen Beseitigungsversuchen wird dringend abgeraten.
Sie ist schwarz, hungrig und breitet sich mit rasanter Geschwindigkeit aus: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist in unserer Region angekommen. Nachdem 2025 erste Nestfunde in Velbert und Wülfrath gemeldet wurden, schlagen Experten pünktlich zum Frühjahrsbeginn Alarm. Das Problem: Die invasive Art bedroht nicht nur die heimische Insektenwelt, sondern kann auch für Gartenbesitzer und Kinder zur Gefahr werden.
Die Zahlen sind besorgniserregend. Ein einziges Nest der Asiatischen Hornisse vertilgt pro Jahr rund elf Kilogramm Insekten. Diese fehlen dann für die Bestäubung der Pflanzen, was eine Gefahr für die heimische Biodiversität bedeuten kann. „Jedes unentdeckte Nest kann sich zur ökologischen Bedrohung entwickeln“, warnt Anne Kurpiers, ehrenamtliche Wespen- und Hornissenberaterin sowie Bienensachverständige. Ohne Gegenmaßnahmen könnten aus einem Nest im Folgejahr durchschnittlich fünf neue Kolonien im Umkreis entstehen, so Kurpiers.
Gefahr bei Nester an Spielgeräten und Gartenboxen
Besonders tückisch ist die Nestwahl im Frühjahr. Die Jungköniginnen bauen ihre ersten „Embryonalnester“ bevorzugt in Bodennähe. Typische Fundorte sind Vogelhäuser und Rollladenkästen, Gartenboxen und Sonnenschirme oder auch die Unterseiten von Rutschen oder anderen Spielgeräten.
In unmittelbarer Nestnähe reagieren die Tiere äußerst aggressiv. „Dort, wo Erwachsene und Kinder unabsichtlich direkten Kontakt mit den Tieren haben können, besteht ein echtes Risiko“, so Kurpiers. Die Expertin rät dringend von eigenmächtigen Beseitigungsversuchen ab. Zum einen besteht für Laien Verwechslungsgefahr mit den heimischen, streng geschützten Hornissen. Zum anderen ist die Entfernung ohne Fachkenntnis gefährlich.
Stattdessen setzen die Imkervereine im Kreis Mettmann auf Kooperation mit der Bevölkerung. Wer ein Tier oder ein Nest vermutet, sollte auf jeden Fall Abstand halten, ein Foto aus sicherer Entfernung aufnehmen und den Fund melden.
Bürgerinnen und Bürger können Verdachtsfälle über zwei Wege melden:
- Offizielles Meldeportal NRW: neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de
- Direktkontakt per E-Mail: velutina@imkerverein-langenberg.de
Viele Imkervereine im Kreis Mettmann bieten auf ehrenamtlicher Basis eine kompetente Beratung und Nestentfernung an. Sie stehen Bürgerinnen und Bürgern auch gerne mit Rat und Tat zur Seite, damit das Summen der heimischen Hummeln und Bienen in unseren Gärten auch in Zukunft erhalten bleibt.


