Ein Getreidefeld vor der Ernte. Foto: pixabay/symbolbild
Ein Getreidefeld vor der Ernte. Foto: pixabay/symbolbild

Kreis Mettmann. Die Getreideernte 2026 steht im Rheinland kurz bevor. Während die Wintergerste traditionell den Auftakt bildet, blicken die Landwirte insgesamt optimistisch auf die Ertragserwartungen: “Die Prognosen liegen derzeit im durchschnittlichen bis guten Bereich”, informiert der Rheinische Landwirtschaftsverband.


Die Ausgangslage für die diesjährige Ernte war vielversprechend. “Die Aussaat im Herbst 2025 erfolgte unter guten Bedingungen, und die Bestände profitierten in Winter und Frühjahr von ausreichend Niederschlägen, auch wenn die Sonnenscheindauer unter dem Durchschnitt blieb”, fasst der Verband zusammen.

Wie sich das Ernteergebnis final gestaltet, bleibt jedoch wetterabhängig. „Wie die Ernte letztlich ausfallen wird, hängt maßgeblich von der Witterung der kommenden Wochen ab“, betont Martin Dahlmann, Kreisvorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann. Besonders für den Winterweizen, der sich aktuell in der entscheidenden Kornfüllungsphase befindet, sind moderate Temperaturen und eine optimale Versorgung mit Wasser und Nährstoffen essenziell. Die angekündigten Hitzewellen könnten den Weizen belasten, fürchtet der Bauernverband. Dahingegen profitiert die Wintergerste in ihrem Reifprozess vom warmen.

Der Zeitplan für die kommenden Wochen steht fest: Nach der Gerstenernte wird voraussichtlich Anfang Juli die Ernte des Winterweizens beginnen, gefolgt vom Raps als Abschluss der Saison.

Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt

Trotz der soliden Ernteaussichten bleibt die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe herausfordernd. Die Landwirte kämpfen mit einer Schere zwischen hohen Produktionskosten und vergleichsweise niedrigen Erlösen. Belastend wirken insbesondere die Folgen geopolitischer Konflikte, die zu einem Anstieg der Preise für Diesel und Düngemittel geführt haben, während die Getreidepreise auf den Weltmärkten niedrig bleiben.

Die Hoffnung der Branche ruht auf sinkenden Rohölpreisen, die zu einer Entspannung bei den Betriebsmittelkosten führen könnten. „Darauf hoffen wir!“, so Dahlmann abschließend.