Boule wird auf einer flachen Ebene gespielt. Es geht darum, seine Kugeln möglichst nah am kleinen Ziel-Ball zu platzieren. Foto: Pixabay

Velbert. Im ZWAR-Netzwerk Langenberg gibt es auch zwei Gruppen, die mit großer Begeisterung Boule spielen. Nach dem Abriss der Boulebahn an der Hüserstraße sind diese heimatlos. Nun wendet sich die Gruppe an die Lokalpolitik und fordert eine Bouleanlage für Velbert-Langenberg.


Im ZWAR-Netzwerk (Zwischen Arbeit und Ruhestand) gestalten Menschen über 55 Jahre gemeinsame Aktivitäten, um ein Netzwerk für den Übergang in den Ruhestand und das Alter aufzubauen. Gleichzeitig engagiert man sich im Stadtteil, möchte die Wohnortqualität steigern und diesen als angenehmen Sozialraum ausgestalten.

Bei ZWAR Langenberg gibt es zwei Boulegruppen, die an unterschiedlichen Standorten ihrer Passion nachgehen. „Boule ist ein niedrigschwelliges Spiel, das sich gut für gemischte Gruppen eignet“, ist Adelheid Venghaus von ZWAR Langenberg überzeugt. Es eigne sich für jede Altersgruppe und schließe auch Menschen mit Einschränkungen nicht aus. Immer wieder ließen sich auch Personen ganz spontan einbinden, was den sozialen Charakter des Spiels deutlich mache.

Eine Gruppe spielt inzwischen am Ottenbrucher Bahnhof an der Nordbahntrasse in Wuppertal-Elberfeld, weil es vor Ort keine Bahn mehr gibt. „Leider mussten wir mit Bedauern feststellen, dass die inzwischen in die Jahre gekommene Boulebahn an der Hüserstraße / Looker Str. abgerissen wurde“, erklärt Reiner König von ZWAR Langenberg. „Damit bleibt unser Stadtteil ohne ein diesbezügliches Angebot unter seinen Möglichkeiten, und den Bedürfnissen seiner Einwohnerinnen und Einwohner kann nicht entsprochen werden.“

Die Gruppe ruft deshalb die Stadt Velbert auf, wieder ein Angebot im Stadtteil zu schaffen. In einem Workshop haben sich die Boulefans schon Gedanken dazu gemacht: Gewünscht sind zwei oder drei Bahnen mit dem Idealmaß von 15 mal 4 Metern pro Bahn, die nebeneinanderliegen. Die Bahnen ließen sich einfach durch Markierungen, beispielsweise in Form von Holzbalken oder eingelassenen Ziegeln, trennen. Die Bahnen sollten barrierefrei erreichbar und nutzbar sein.

Damit die Bahnen ein Ort der Begegnung werden können, wünschen sich die Planer Tische und Bänke gleich nebenan, wo „Gemeinschaft, Spiel, Freude und soziale Demokratie im Rahmen des Boulespielens entsprechend der französischen Lebensart Ausdruck finden und eine Bereicherung für den Wohnort darstellen“ können.

Als Standorte bieten sich laut ZWAR „Am alten Pferdemarkt“ oder neben der Freifläche des Nizzabades an. Am Nizzabad könnte die Anlage auch eine Bereicherung für den dortigen Wandertourismus sein. Einen Nachteil sieht ZWAR allerdings an beiden Standorten: Es gibt keine Sanitäranlagen.

Die ZWAR-Gruppe hat auch angeboten, die Patenschaft für die Boule-Bahn zu übernehmen. So könnte man sich gut vorstellen, die Anlage regelmäßig zu kontrollieren, einen Belegungsplan zu organisieren, Beschädigungen der Stadt zu melden oder Verunreinigungen zu entfernen.

Nun regt die Gruppe zum Austausch über ihren Vorschlag an und ist offen für weitere Interessenten: „Unter unserem Motto ‚Von Mensch zu Mensch – ganz analog‘ möchten wir in Langenberg die Möglichkeit des Boulespielens mit dem Angebot zum Savoir-vivre den Menschen vor Ort unterbreiten.“

„Wir würden uns freuen, wenn wir die neue Anlage baldigst bei schönem Wetter gemeinsam mit einem stilvollen Imbiss und entsprechenden Getränken eröffnen könnten“, so die ZWARler. Und dann heißt es: „Allez les boules!“