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Geschäftsführer der IG Metall Velbert Hakan Civelek. Foto: Gewerkschaft

Wülfrath/Velber. Die Firma Jeners stellt Ende Februar 2024 endgültig ihre Produktion ein. Im August 2023 musste die Druckgussgießerei aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit bereits zum zweiten Mal Insolvenz anmelden.

Bereits 2014 wurde eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchgeführt. Die knapp 60 Beschäftigten haben bereits im November ihre Kündigung erhalten. Bis Ende Februar werden noch Zinkdruckgussteile in Velbert und Wülfrath produziert, danach schließt das Traditionsunternehmen endgültig.

Im Jahre 1925 wurde das Unternehmen in Heiligenhaus als Schmiede und Schlosserei gegründet und über die Jahrzehnte hinweg zu einer Druckgussgießerei ausgebaut. Ab 2000 wurde ein ausländischer Standort in Ungarn aufgebaut. Die IG Metall übt nunmehr scharfe Kritik an den beiden Gesellschaftern Dirk und Ulrich Jeners sowie an der aktuellen Geschäftsleitung: „Der Arbeitgeber hat nach der ersten Insolvenz seine Chance nicht genutzt. In die deutschen Werke wurde kaum investiert, das gesamte Kapital floss erfolglos in die Errichtung und den Ausbau des ungarischen Werkes. Sicherlich hat auch der Markt und die stark gestiegenen Energiepreise zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit beigetragen. Im Kern ist aber das Missmanagement der Gesellschafter für den Untergang der Firma verantwortlich“, sagt der Geschäftsführer der IG Metall Velbert Hakan Civelek. „In den letzten Jahren hat die Firma im Markt und bei den Banken Vertrauen verloren. Hohe Beraterkosten haben auch dazu beigetragen, dass die Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist“, sagt Civelek.

Die Firmenschließung trifft vor allem die Beschäftigten hart. „Knapp 60 Familien verlieren ihre Existenzgrundlage. Das ist traurig und frustrierend, denn diese Schließung wäre vermeidbar gewesen“, sagt Civelek. „Die Beschäftigten haben immer an die Firma geglaubt. In den letzten 14 Jahren haben die Beschäftigten viele finanzielle Zugeständnisse gemacht, um die Firma zu retten“, so Civelek.