Velbert. Einmal im Jahr steht für die Fachschule Technik am Berufskolleg Niederberg ein wegweisender Event an: Die Präsentation der Projektarbeiten. Über ein Semester lang vorbereitet, werden die Ergebnisse unter anderem von Firmenvertretern interessiert verfolgt. Von der Veranstaltung berichtet Sabine Bauer vom Berufskolleg.
Gedämpfte Stimmen hinter der Bühne. Ein letzter prüfender Blick in die Präsentation. Noch einmal tief durchatmen. Für viele der 15 Studierenden ist es der erste Auftritt vor großem Publikum. Heute geht es nicht nur um technische Innovationen, Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Heute geht es auch darum, die Nerven zu behalten.
Wenige Minuten später füllt sich der Hörsaal bis auf den letzten Platz. Angehörige, Unternehmensvertreter, Ehemalige, Lehrkräfte und Studierende warten gespannt auf die Projektpräsentationen der Fachschule für Technik. Vier Jahre lang haben die angehenden Staatlich Geprüften Technikerinnen und Techniker – Bachelor Professionals, an drei Abenden pro Woche das Berufskolleg Niederberg in der Langenberger Straße besucht. Die Projektarbeit, vorbereitet über ein Semester, ist neben der Abschlussprüfung Höhepunkt ihres Studiums. In vier Monaten geht es ins Examen.
„Heute Abend zeigen unsere Studierenden Ihr ganzes Können, nicht nur was ihre technische Expertise betrifft. Heute Abend geht es auch um ihr betriebswirtschaftliches Denken, um Projektorganisation, um Präsentationstechniken und Teambildung. Sie werden sehen“, erläutert Arndt Schmidt, Bildungsgangleiter der Fachschule für Technik.
Und um viel Herzblut. Das könne nämlich keine KI und keine digitale Transformation ersetzen, so der stellvertretende Schulleiter Christian Hoppe. „Eine Maschine kann eine technisch gute, aber am Ende doch irgendwie seelenlose Präsentation erstellen, aber keiner Maschine fällt während der Präsentation ein Mikrofon herunter, um sogleich und mit charmantem Lächeln eine sturzsichere Variante zu erfinden.“ Gelächter im Saal. Nach wie vor seien zentrale Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens das Engagement und Durchhaltevermögen, die Leistungsbereitschaft und Kreativität seiner Mitarbeitenden.
Davon gibt es viel zu sehen: Souverän, kenntnisreich und mit spürbarer Leidenschaft führen die Teams durch ihre in Kooperation mit namhaften Unternehmen aus der Region entstandenen Projektarbeiten, in denen es um die Optimierung bestehender sowie die Planung und Umsetzung neuer Fertigungssysteme unter Anwendung nachhaltiger Qualitäts- und Umweltstandards geht.
„Die Messlatte hängt hoch, aber das ist ja auch Ansporn“, resümiert Mark Schleicher, Zerspanungsmechaniker im ersten Studienjahr, am Ende des Abends anerkennend. Neben ihm sitzen Andreas Mikeli, gelernter Zerspanungsmechaniker, und Produktdesigner Alexander Szyprowski. Die beiden Studierenden im dritten Jahr nicken zustimmend und erzählen von neuen beruflichen Perspektiven, die sich nach dem vierjährigen Studium eröffnen. „Klar, wenn man das hier sieht, steigt die Anspannung, aber wir werden intensiv auf diesen Moment vorbereitet, und man sieht ja, es läuft“ so Mikeli.


