Die Pappköpfe zur Begrüßung waren ein gelungener Auftakt für die folgende Werkschau "Papperlapapp". Foto: privat

Velbert. Was man mit Pappe alles anstellen kann, erfuhren die Besucher der rund zweistündigen Werkschau “Papperlapapp” im Gymnasium Langenberg. Der Zehner-Kurs “Darstellen und Gestalten” hatte Pappskulpturen, Pappmasken und -mode sowie Sketche und ein Stop-Motion-Stück erstellt.


Trotz 38 Grad Celsius waren die Angehörigen, Freunde und interessierte Zuschauer sehr zahlreich ins pädagogische Zentrum des Gymnasiums Langenberg geströmt. Sie wurden belohnt mit lustigen Sketchen, Papierkunst, aber auch Stücken mit gesellschaftskritischen Tönen. Mit riesigen gebastelten Pappköpfen begrüßten die Schülerinnen und Schüler ihr Publikum, es folgte ein TV-Sendungsssketch mit einem Origamifaltwettbewerb sowie einige lustige und aber auch gesellschaftskritische Sketche rund um Papier und den Begriff „Papperlapapp“. Auch die deutsche Bürokratie wurde hier aufs Korn genommen, etwa durch eine Szene zum Beantragend es Führerscheins.

Sogar ein riesiges Traumschiff hatten die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler gebaut, das über die Bühne rollte und die Zuschauer weg vom Schreibtisch und Papierstau in ferne Länder und schließlich in die Pause entführte.

Gestärkt und hydriert durch das Snackangebot der Q1 in der Mensa folgten die Zuschauer nach der Pause auf der Bühne einer Sechstklässlergruppe, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der Kulturentdecker aus der 6a, ins Museum, wo schließlich über Nacht die Filmfigurstatuen zum Leben erwachten und Jack Sparrow den Pappschuh raubte.

Dann wurden Pakete auf Reisen geschickt – ein Stop Motion Projekt, bei dem aus Pappe gebastelte Szenerien wie bei einem Daumenkino abgefilmt in Bewegung waren, dargeboten auf der Leinwand mit musikalischer Untermalung. Dass man aus Papier aber auch sehr beeindruckende und fantasievolle Mode herstellen kann, bewiesen die Schülerinnen und Schüler im Anschluss und machten den Mittelgang und die Bühne zum Runway.

Drei Stücke mit dem Titel „Post it“ beschäftigten sich mit der heutigen Aufgabenflut, dem Prokrastinieren, aber auch damit, dass die Arbeit immer an denselben Personen hängen bleibt. Dies wurde von den Schülerinnen und Schülern eindrücklich und mit vielen Post-it-Zetteln inszeniert. Nachdenklich stimmten die persönlichen Erfahrungen zweier Schülerinnen aus Afghanistan und Syrien, die schnörkellos von den persönlichen Schwierigkeiten mit der Bürokratie hier und in ihren Heimatländern berichteten und zeigten, dass die Bürokratie durchaus entmenschlichen kann.

Zum Schmunzeln brachte die Zuschauer dann wieder das Stück Quality Child, bei dem zwei Vertreterinnen einer werdenden Mutter allerhand Formulare zur Durchplanung des Lebens der noch ungeborenen Tochter bis hin zu Sterbeurkunde und Testament vorlegten. Am Schluss war das Publikum gefragt: denn unter den Sitzen befanden sich – oh Wunder! – Papierblätter. Gesucht wurde ein Flugzeugprototyp zum Abheben. Nicht jeder gebastelte Prototyp des Papierfliegers schaffte es allerdings aus dem Publikum bis zur Bühne, so manch einer landete im Haar des Vordermanns.

Dass die vielfältigen und ideenreichen Stücke das Publikum schwer begeistert haben, wurde beim anhaltenden Applaus am Schluss deutlich, bei dem die 40 Schülerinnen und Schüler, die mit der Werkschau ihre Arbeit des vergangenen Jahres präsentierten, auf der Bühne standen und auch Dankesworte für ihre beiden Lehrerinnen Laura Grönig und Angelika Stodt fanden, die wiederum das Kompliment an die Schülerinnen und Schüler zurückgaben, die sich bravourös bei diesen herausfordernden Temperaturen auf der Bühne geschlagen haben und dem Publikum ganz professionell einen kurzweiligen und unterhaltsame Show geboten haben.

Foto: privat
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