Südlich der Langenberger Straße ist die Erschließung des neuen Gewerbegebiets „Große Feld“ geplant. Foto: Mathias Kehren
Südlich der Langenberger Straße ist die Erschließung des neuen Gewerbegebiets „Große Feld“ geplant. Foto: Mathias Kehren

Velbert/Heiligenhaus. Im Zuge der Diskussion um das Gewerbegebiet Große Feld hat sich nun auch der Unternehmerverband Schlüsselregion zu Wort gemeldet. Für Geschäftsführer Thorsten Enge ist klar, dass die neue Gewerbefläche kommen muss. Sie sei eine logische Folge vergangener Entscheidungen, die immer wieder zugunsten von Wohnbebauung anstelle industrieller Flächen gefallen seien.


Nach Ansicht des Unternehmerverbands “Schlüsselregion” sind in Velbert über Jahrzehnte an vielen Stellen Gewerbeflächen verschwunden und durch Wohnbebauung und Einzelhandel ersetzt worden. Logische Folge sei, dass nun Entwicklungsmöglichkeiten für wachsende Unternehmen fehlten.

Dr. Thorsten Enge, Geschäftsführer der Schlüsselregion e.V. Foto: Mathias Kehren
Dr. Thorsten Enge, Geschäftsführer der Schlüsselregion e.V. Foto: Mathias Kehren

„Vor 100 Jahren war die Velberter Innenstadt ein bunter Mix aus Industrie und Wohnen. Das war völlig normal, teilweise ist die Stadt um die Betriebe herum gewachsen. Aber seit einigen Jahrzehnten soll die Industrie raus aus der Innenstadt, jede freiwerdende Gewerbefläche dort wurde zur Wohnbebauung“, erklärt Schlüsselregion-Geschäftsführer Dr. Thorsten Enge.

Als Beispiel nennt er das ehemalige Woeste-Gelände an der Sontumer Straße: Hier sei dei Chance verpasst worden, ein neues industrielles Gewerbegebiet auf einer Industriebrache entstehen zu lassen. Stattdessen stehen dort nun ein Supermarkt und Wohnhäuser.

„Dass jetzt ein neues Gewerbegebiet am Rand der Röbbeck entstehen soll, ist eine zwangsläufige Folge dieser Entscheidungen: Die Situation ist einfach so, dass es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt“, sagt Enge.

Man müsse auch bedenken, wer in einem neuen Gewerbegebiet baut: Das seien die Betriebe, die wachsen, sich toll entwickeln, investieren können, Arbeitsplätze schaffen und gut Gewerbesteuer zahlen. Genau die müsse eine Stadt halten. Enge: „Wir reden hier über mittelständische Familienunternehmen, die teils seit Jahrzehnten in Velbert heimisch sind.“

Schlüsselregion: A44-Anschluss ohne Flächenpotenzial ist wirkungslos

Und auch beim Thema Ansiedlungen stelle sich die Frage: „Welchen Effekt soll eine ausgebaute A44 haben, wenn man ansiedlungswilligen Unternehmen nichts anbieten kann?“

Wichtig sei die langfristige Perspektive: „Die Frage, wie der kurzfristige Bedarf im nächsten Monat sein wird, spielt keine Rolle. Die Anfragen werden kommen, spätestens beim nächsten wirtschaftlichen Aufschwung.“

Die grüne Fläche markiert das geplant Gewerbegebiet. Foto: Schlüsselregion

Über die Schlüsselregion

Die Schlüsselregion ist das industrielle Netzwerk der Region Velbert/Heiligenhaus. Rund 230 Unternehmen nutzen den Verein als Kommunikationstreffpunkt, als kurzen Draht zu benachbarten Firmen, für Kooperationsprojekte und für das gemeinsame Engagement für den Fachkräftenachwuchs in der Region.