Die Täter geben sich am Telefon als Bankmitarbeiter aus, um um ihre Opfer zu betrügen. Symbolfoto

Velbert/Ratingen. Von einem vermeintlichen Bankangestellten ist eine Velberter Seniorin um einen fünfstelligen Geldbetrag gebracht worden. In einem ähnlichen Fall in Ratingen konnte die Polizei den Betrug noch verhindern.


Die Polizei registriert derzeit verstärkt Fälle von betrügerischen Anrufen von angeblichen Bankangestellten. In zwei Fällen versuchten die Täter am Wochenende, Senioren um hohe Geldbeträge zu bringen. Die Polizei konnte in einem besonders drastischen Fall Schlimmeres verhindern.

Am Montag, 5. Mai, wurde laut Polizeibericht eine 87-jährige Velberterin Opfer der Betrugsmasche eines falschen Bankmitarbeiters. Nach polizeilichen Erkenntnissen entstand hierbei ein Vermögensschaden in niedriger fünfstelliger Höhe. Die Polizei ermittelt und warnt vor den unterschiedlichen Betrugsvarianten.

Den Fall schildert die Behörde wie folgt: Gegen 12 Uhr erhielt die 87-Jährige den Anruf eines vermeintlichen Bankmitarbeiters. Dieser täuschte vor, es sei zu ungewöhnlichen Kontobewegungen auf dem Konto der Seniorin gekommen. Deshalb müsse ein weiterer Bankmitarbeiter ihre Debitkarte zur Prüfung abholen. Er benötige dafür auch die PIN der Bankkarte. Kurze Zeit später übergab die Seniorin die Karte samt PIN einer männlichen Person an ihrer Haustür.

Der Abholer wird wie folgt beschrieben: Circa 20 bis 23 Jahre alt, europäisches und gepflegtes Erscheinungsbild mit schlanker Statur. Der unbekannte Täter trug ein farbiges T-Shirt, eine schwarze Jacke sowie blaue Jeans.

Später wurde die Velberterin misstrauisch und ging zusammen mit ihrer Tochter zu ihrer Bank. Dort teilte man ihr mit, dass bereits ein niedriger fünfstelliger Betrag von ihrem Konto abgehoben worden sei. Die Debitkarte wurde gesperrt.

Die Kriminalpolizei übernahm die weitere Bearbeitung und warnt eindringlich vor den unterschiedlichen Betrugsmaschen am Telefon, per SMS und online.

Zehntausende Euro zurückgeholt

Am Sonntag, 4. Mai, wäre ein 79-jähriger Ratinger beinahe Opfer ähnlichen Betrugsmasche geworden. Ein vermeintlicher Bankmitarbeiter brachte den Senior mit der Begründung einer angeblichen Prüfung von Kontobewegungen dazu, mehrere Überweisungen in mittlerer fünfstelliger Höhe zu tätigen.

Der Senior wurde aber schnell misstrauisch und informierte die Polizei. „In Zusammenarbeit mit der Bank gelang es, die Überweisungen rückgängig zu machen“, so die Behörde. In diesem Fall blieben die Täter daher erfolglos.

Die Polizei rät: „Seien Sie skeptisch, wenn Sie Anrufe oder Nachrichten von unbekannten Nummern erhalten, in denen Sie nach Bankdaten, Geld oder Schmuck gefragt werden. Legen Sie einfach auf und machen Sie keine Angaben zu Ihren persönlichen Daten oder Ihrem Vermögen! Geben Sie unter keinen Umständen Ihre Bankdaten oder auch Ihre girocard an Dritte heraus. Rufen Sie die echte Polizei in einem eigenständigen Telefonat von Ihrem Festnetztelefon unter der 110 an!“

Die Kreispolizeibehörde Mettmann bietet im Rahmen des Aktionsbündnisses für Seniorensicherheit (ASS!) Vorträge zum Schutz vor Trickbetrug. Informationen dazu erhalten Interessierte unter dem folgenden Link: https://mettmann.polizei.nrw/artikel/ass-aktionsbuendnis-seniorensicherheit