
Velbert.Eigenheime in Velbert werden immer teurer. Dabei trägt neben der Lage vor allem der Modernisierungsaufwand immer deutlicher zur Preisbildung bei. Mit rund einer halben Million Euro liegt der Preis für eine gebrauchte Immobilie nur wenig unter dem Invest für einen Neubau, mit dem Nachteil meist klein geschnittener Grundstücke.
Ein gebrauchtes freistehendes Eigenheim wurde im ersten Halbjahr 2026 in Velbert für durchschnittlich 549.000 Euro angeboten. Das sind zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Spanne reicht dabei von 418.000 bis 691.000 Euro. Im Kreis Mettmann lag der mittlere Preis bei 625.000 Euro. Ein Plus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus Zahlen hervor, die die Landesbausparkasse Nord West aus der Empirca Preisdatenbank für Velbert ermittelt hat.
Über den Preis einer Immobilie entscheidet neben der Lage immer stärker die Energiebilanz, denn es kommen zunehmend Objekte der 60er bis 80er Jahre auf den Markt. Zwar müssen Käufer laut neuem Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr sofort investieren. Dennoch sollten sie die perspektivischen Kosten für die energetische Sanierung mit einrechnen.
„Das sollten auch die Verkäufer bei ihren Preisvorstellungen berücksichtigen“, empfiehlt Bert Christoffel, Gebietsleiter der Landesbausparkasse Nord West. Denn nähern sich die Gebrauchtpreise zu sehr dem Neubau an, entscheidet sich der Käufer möglicherweise gleich für den Neubau, der deutlich niedrigere Betriebskosten hat.
Neues Einfmailienhaus für durchschnittlich 590.000 Euro
Ein neu gebautes, freistehendes Einfamilienhaus kostet im Kreis Mettmann derzeit durchschnittlich 590.000 Euro. Bedingt durch kleinere Grundstücke und Stadtrandlagen ist das sogar günstiger als ein gebrauchtes Objekt. Basis der Zahlen ist die Empirica-Preisdatenbank.
Durch die alternde Bevölkerung und immer mehr Single-Haushalte sind auch gebrauchte Wohnungen gefragt. Bei einer Größe von 80 Quadratmetern liegen die Preise in Velbert im 1. Halbjahr bei durchschnittlich 195.700 Euro (+5%). Pro Quadratmeter sind das 2.450 Euro, die Bandbreite reicht von 1.980 bis 2.920 Euro. Der mittlere Vergleichswert im Kreis Mettmann liegt bei 2.940 Euro (+3%).
Eigenkapital inzwischen wichtiger als Finanzierungskosten
Wohnungen und Häuser sind eine große Investition. Da aber die Mieten derzeit deutlicher steigen als die Immobilienpreise, sind die Finanzierungskosten für viele grundsätzlich weiter tragbar. Bert Christoffel: „Die neue Herausforderung ist das Eigenkapital, das in der Regel 20 Prozent des Anschaffungspreises betragen sollte – bei 549.000 Euro für ein gebrauchtes Eigenheim in Velbert also rund 110.000 Euro.“ Das hat auch der Staat erkannt: Beim Ansparen und später auch bei der Tilgung hilft ab 2027 die neue staatliche Eigenheimrente im Rahmen der gerade beschlossenen Altersvorsorgereform. Deren Grundzulagen steigen von 175 auf bis zu 540 Euro pro Jahr, dazu kommen bis zu 300 Euro je Kind. Berechtigt sind künftig auch Selbstständige und Freiberufler.

