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Um keine unangenehmen Überraschungen mit Blender-Autos zu erleben, müssen Laien vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens verschiedene Tipps beachten. Ein seriöser Umgang des Verkäufers mit der Umschreibung und sonstige Formalitäten sowie ein schriftlicher Kaufvertrag sind wichtige Anhaltspunkte. Durch einen Unterboden-Check und eine Probefahrt erkennen Interessenten, ob der Fahrzeugzustand zur Beschreibung des Verkäufers passt. Zeitdruck beim Händler spricht in vielen Fällen gegen Vertragsabschlüsse.


1. Untersuchung des Unterbodens vor dem Gebrauchtwagen-Kauf

Weil manchmal das äußere Erscheinungsbild eines gebrauchten Pkws trügt, sollten Autokäufer vor dem Vertragsabschluss einen gründlichen Unterboden-Check durchführen. Die Unterseite eines Gebrauchtwagens verschafft Interessenten einen außergewöhnlich authentischen Eindruck vom tatsächlichen Allgemeinzustand. Wer vor dem Autokauf am Unterboden Rost sowie Schäden erkennt, erspart sich mit der rechtzeitigen Absage an den Verkäufer unangenehme Überraschungen und viel Ärger. Im Idealfall geben Werkstattgruben und Hubvorrichtungen einem Käufer die Gelegenheit, ein Auto von unten im Detail zu untersuchen. Wenn ein Gebrauchtwagen privat angeboten wird und derartige Hilfsmittel nicht zur Verfügung stehen, ermöglichen einfache Tricks einen ersten Blick auf den Unterboden.

Zwischen dem Unterboden eines Autos und dem Untergrund ist in zahlreichen Fällen kaum Platz vorhanden. Mehrere Gründe sprechen dagegen, mit der Taschenlampe selbst unter den Gebrauchtwagen zu kriechen. Durch den Platzmangel ist das unangenehm, anstrengend und teilweise gefährlich. Eine bessere Alternative bieten Kameraaufnahmen. Mit hochwertigen Kameras besteht die Chance, den Unterboden detailliert zu fotografieren. Solange keine bessere Ausrüstung vorhanden ist, genügt hierfür häufig ein Smartphone. Spezielle Fotokameras mit einem starken Blitzlicht sorgen aber im Normalfall für genauere Aufnahmen. Damit erkennen Autokäufer Bereiche des Unterbodens, die das menschliche Auge alleine nicht sehen würde.

Durch eine systematische Vorgehensweise fotografieren Interessenten von vorne bis hinten alle wichtigen Zonen des Gebrauchtwagen-Unterbodens. Für eine umfassende Analyse müssen die Fotos zum Beispiel die Schwellerkanten, die Längsträger und verschiedene Leitungen zeigen. Mit derartigen Aufnahmen profitieren Käufer vor der endgültigen Entscheidung davon, dass eine Beratung bei Experten nicht nur am Verkaufsort möglich ist. Feuchtigkeit verfälscht den Eindruck der Fotos. Damit die Bilder aufschlussreich sind, darf der Unterboden ausschließlich im trockenen Zustand fotografiert werden.

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2. Vereinbarung einer Probefahrt mit dem gebrauchten Auto

Falls ein Gebrauchtwagen äußerlich makellos wirkt, ist eine Probefahrt trotzdem sinnvoll. Viele Schwächen und Probleme eines alten Autos zeigen sich erst beim Einsatz im Straßenverkehr. Vor der Probefahrt sollten die Regeln klar sein, zudem sollte sich der Autokäufer eine Checkliste mit relevanten Kriterien für die Überprüfung des Fahrzeugzustands erstellen. Es ist besonders wichtig, im Verlauf der Fahrt die Bremsen zu testen. Durch eine korrekt durchgeführte Vollbremsung bemerken Käufer, wie schnell und sicher das Auto zum Stillstand kommt.Darüber hinaus müssen Interessenten vor dem Autokauf während einer Probefahrt auf auffällige Geräusche achten. Wer Anzeichen für Probleme am Motor oder dem Getriebe nicht kennt, kann hierzu einen Experten mitnehmen. Damit problematische Geräusche bemerkbar sind, darf das Autoradio derartige Hinweise nicht übertönen. Es ist ratsam, sich mit dem Verkäufer auf die professionelle Überprüfung des Autos in einer ausgewählten Werkstatt im Rahmen der Probefahrt zu einigen.

Im Vorfeld der Testfahrt bleibt die zweifelsfreie Klärung der Haftungsfragen unverzichtbar. Der Interessent und der Verkäufer schließen dafür im Optimalfall eine Vereinbarung. Dadurch ersparen sich alle Beteiligten unnötige Missverständnisse und Streitfälle, falls es während der Probefahrt zu Zwischenfällen kommt.

3. Seriöse Umschreibung des Gebrauchtwagens und Überprüfung der Dokumente

Ob der Verkäufer eines Gebrauchtwagens seriös ist, erkennen Interessenten auch während der Vorbereitung für die Zulassung und durch sonstige Formalitäten. Es gibt verschiedene Punkte, die beachtet werden müssen, wie an- und abgemeldete Gebrauchtfahrzeuge auf den Namen des neuen Halters umgeschrieben werden. Seit der Einführung des i-Kfz ist die Ummeldung auch ohne Probleme online möglich und vereinfacht somit die Handhabung.

Ein zuverlässiger Händler kennt diese Regeln und hält sich an alle Vorschriften zur Abwicklung des Fahrzeugkaufs. Sobald es Anzeichen für eine unzureichende Sorgfalt des Verkäufers beim Umgang mit den Formalitäten gibt, sollten Käufer vom Vertragsabschluss Abstand nehmen. Bei Unklarheiten ist im Zweifelsfall die Rücksprache mit der Zulassungsstelle ratsam.

Vor der Unterschrift auf dem Kaufvertrag müssen die Beteiligten die relevanten Dokumente zum Gebrauchtwagen überprüfen. Dazu zählen die Teile I und II der Zulassungsbescheinigung. Früher waren diese Schriftstücke als Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief bekannt. Ohne eine vorliegende Prüfbescheinigung zur letzten Hauptuntersuchung darf ein Autokäufer einem Gebrauchtwagenhändler ebenfalls nicht bedingungslos vertrauen. Hierdurch erkennen Interessenten beispielsweise, ob der Prüfingenieur Fahrzeugmängel festgestellt hat.

Mit einem Scheck- und Serviceheft können Käufer nachvollziehen, wie oft professionelle Inspektionen durchgeführt wurden. Ein Heft mit einer lückenlosen Dokumentation der professionellen Autopflege ist ein wichtiges Argument für die Kaufentscheidung. Falls kein Wartungsheft vorhanden ist, sollten Interessenten den Verkäufer ersatzweise um Werkstattrechnungen bitten. Ohne solche Nachweise bestehen berechtigte Zweifel daran, ob in der Vergangenheit ausreichende Fahrzeugwartungen stattgefunden haben.

4. Bevorzugung der schriftlichen Form des Kaufvertrags

Obwohl ein schriftlicher Kaufvertrag für den Kauf eines Gebrauchtwagens nicht zwingend notwendig ist, bietet diese Form des Vertragsabschlusses wichtige Vorteile. Dadurch vermeiden alle Beteiligten, dass Missverständnisse entstehen und es schlimmstenfalls zum Rechtsstreit kommt. Bemerkenswerte Mängel müssen im Vertrag lückenlos aufgeführt sein. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass ungewöhnliche Ausstattungsmerkmale und ähnliche Besonderheiten im Kaufvertrag vermerkt sind.

Prüforganisationen und weitere Vereine stellen Musterverträge zur Verfügung. Diese Vorlagen enthalten die einzelnen Punkte, die in einem Vertrag zum Autokauf grundsätzlich unentbehrlich bleiben. Wenn trotz der Vorteile der schriftlichen Form ein mündlicher Kaufvertrag geschlossen wird, ist zumindest die Anwesenheit von Zeugen wichtig.

 

5. Keine vorschnelle Kaufentscheidung mit Zeitdruck

Sobald ein Autoverkäufer einen Interessenten unter Zeitdruck setzen will, ist meistens vom Vertragsabschluss abzuraten. Käufer sollten sich einen objektiven Überblick über den Zustand und den Wert des Autos verschaffen können, bevor eine feste Zusage verlangt wird. Wer auf einen schnellen Verkauf drängt, verbirgt schlimmstenfalls einen erheblichen Schaden. Fragen zum Zustand des Fahrzeugs muss ein Verkäufer vollständig und uneingeschränkt beantworten. Im Zweifelsfall ist es empfehlenswert, Belege für durchgeführte Wartungsarbeiten und Inspektionen zu verlangen. Wenn Käufer über kein ausreichendes Fachwissen verfügen, darf darüber hinaus die Zeit für die Rücksprache und Beratung zum Fahrzeugwert mit unabhängigen Experten nie fehlen.