
Mettmann. Der Winter bestimmt schon seit über einer Woche das Wetter in der Region. Starker Schneefall und eisige Temperaturen sorgen für viele Probleme auf den Straßen – und noch ist kein Ende in Sicht. Das bringt den Winterdienst in den Städten an seine Kapazitätsgrenze. Wie es beim Straßendienst der Stadt Mettmann gerade so läuft, berichtet die Stadtverwaltung.
“Was die Kolleginnen und Kollegen des Baubetriebshofs in den vergangenen Tagen geleistet haben, ist mehr als beachtlich. Sie haben wirklich einen tollen Job gemacht. Das verdient Dank und Anerkennung”, sagt Bürgermeister André Bär. “Zu nachtschlafender Zeit bis spät in die Abendstunden hinein sind sie immer wieder mit Fahrzeugen und Schneeschiebern ausgerückt, um Straßen, Wege und Plätze von Schnee und Eis zu befreien.”
Um 4 Uhr morgens geht die erste Schicht los
“Der anstrengende Winterdienst der Streukolonnen geht bei einigen Kollegen schon an die Grenze der Belastbarkeit”, ergänzt Angelika Dünnwald, die Leiterin des Baubetriebshofs. “Die Kollegen arbeiten von morgens 4 Uhr bis 12 Uhr mittags – acht Stunden lang – fahren nach Hause, wenn es nicht dauerhaft schneit, und sind nachmittags und abends wieder im Einsatz, da eine Räumpflicht bis 22 Uhr besteht.” Zusätzlich sind noch vier Mitarbeiter für die Regiobahn in einer 24-Stunden-Rufbereitschaft. Trotz dieses Einsatzes, sei es aufgrund der langanhaltenden Schneefälle nicht möglich alle Straßen zu räumen, so Dünnwald.
Das städtische Straßennetz mit einer Gesamtlänge von rund 170 Kilometern ist für den Winterdienst in drei Kategorien unterteilt. Demnach werden zuerst die Hauptverkehrsstraßen, anschließend die Straßen, auf denen der öffentliche Personennahverkehr unterwegs ist, geräumt, danach Nebenstraßen mit geringem Verkehrsaufkommen. Je nach Witterung kann es aber durchaus passieren, dass Wohn- und Anliegerstraßen vom Räumdienst gar nicht angefahren werden.
Drei Großfahrzeuge mit Streuautomaten, vier kleine Schmalspurschlepper mit Streuaufsatz und zehn Pritschenwagen mit Besatzung stehen für den Wintereinsatz auf den insgesamt 169 Kilometern zur Verfügung. Unter der Woche sind rund 50 Mitarbeiter für den Räumdienst im Einsatz, die als Handstreutrupps im gesamten Stadtgebiet unterwegs sind, wenn es schneit und friert. Montags bis freitags müssen alle Beschäftigten des Baubetriebshofs mit Ausnahme der Müllabfuhr beim Winterdienst mithelfen. Am Wochenende sind 36 Mitarbeiter für den Winterdienst in Bereitschaft.
“Das Silo auf dem Baubetriebshof wurde mit 400 Tonnen Salz befüllt, Nachlieferungen sind jederzeit möglich und in Kooperation mit Straßen.NRW geregelt”, sagt Matthias Möller, der auf dem Baubetriebshof für den Bereich Technische Dienste, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung zuständig ist. Möller: “Sole ist beim Kreis Mettmann vorrätig und wird dort von uns bezogen.”
Wenn es nachts schneit und friert, werden die Mitarbeiter des Baubetriebshofs montags bis freitags um 3.30 Uhr, samstags um 4.30 Uhr und sonntags um 5.30 Uhr alarmiert. Abends endet der Einsatz bei den Handstreutrupps und den Schmalspurschleppern in der Regel um 20 Uhr und bei den Großfahrzeugen um 22 Uhr.
Bei winterlichen Verhältnissen wie in den vergangenen Tagen passt die Leitung die Einsatzzeiten an, dann wird wie zuletzt auch im Schichtdienst gefahren, da die Lenk- und Ruhezeiten der Mitarbeiter berücksichtigt werden müssen.
Bei entsprechenden Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes verschafft sich die Einsatzleitung ab drei Uhr morgens selbst einen Überblick über die Situation auf Straßen und Wegen in der Stadt, um dann bei entsprechender Witterung die Kollegen rechtzeitig vor dem morgendlichen Berufsverkehr aus den Betten zu holen. Die Winterdienstbereitschaft gilt ab einer Temperatur von plus drei Grad.

