Neues Programm und neue Gesichter bei der VHS Velbert/Heiligenhaus: Direktor Rüdiger Henseling, seine kommissarische Nachfolgerin, Laura Jüngst, die Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung, Cordula Prisett, und die neue Verbandsvorsteherin Maike Legut. Foto: Mathias Kehren

Velbert/Heiligenhaus. Sprachkurse, Gesundheitsworkshops und berufliche Weiterbildung – die Volkshochschule startet am 1. Februar mit 418 Kursen in das neue Halbjahr. Beim Zweckverband und an der VHS-Spitze gibt es personelle Veränderungen.


Die Volkshochschule hat ihr neues Programm für das am 1. Februar beginnende Frühjahrssemester vorgestellt, das insgesamt 11.000 Unterrichtsstunden in 418 Kursen umfasst. Während rund ein Viertel des Angebots in Heiligenhaus stattfindet, verteilt sich das restliche Programm auf Velbert, Neviges und Langenberg. Obwohl 13 Kurse rein online durchgeführt werden, betont das VHS-Team, dass die Einrichtung vor allem ein Ort der persönlichen Begegnung ist und die Nachfrage nach Präsenzkursen daher weiterhin stark bleibt. Die Zahl der Online-Angebote ist im Vergleich zum Herbstsemester aber stabil geblieben.

Das umfassende Bildungsspektrum für Erwachsene gliedert sich in die Programmbereiche Gesundheit, Beruf, Sprachen, Kultur, Gesellschaft und Grundbildung. Im Gesundheitssektor werden sowohl fundierte Informationen zu zentralen Themen als auch praxisorientierte Angebote für Alltag und Beruf vermittelt. Das Spektrum reicht hier von Basisqualifizierungen für die Begleitung von Menschen mit Pflegebedarf über Vorträge zur Stressbewältigung und zu Stoffwechseltypen (von Dr. Hollstein von der Uniklinik Kiel) bis hin zu Workshops für Meditation, Yoga und Entspannung. Die Ernährungspädagogik wird durch vielfältige Formate wie türkische Kochworkshops, Meal Prep, One-Pot-Gerichte und gesunde Powerküche abgedeckt.

Im Fachbereich Beruf und EDV liegt der Fokus auf dem Ausbau persönlicher Kompetenzen, wobei das Angebot von Textverarbeitung und Tabellenkalkulation über Smartphone-Kurse für Seniorinnen und Senioren bis hin zur Qualifizierung als zertifizierte Mediatoren reicht. Auch pädagogische Fortbildungen unter dem Titel „Gefühl komm raus – du bist umzingelt“, zur gewaltfreien Kommunikation mit Kindern oder zur Tätigkeits als Kindertagespflegeperson gehören zum Programm.

Der Sprachenbereich ermöglicht den Zugang zu neuen Kulturen durch zwölf Fremdsprachen, die in Kursen für Anfänger und Fortgeschrittene gelehrt werden. Dabei sind Chinesisch und Kroatisch neu eingeführt worden. Ergänzt wird dies durch kulinarische Angebote, welche die Sprachvermittlung mit der lateinamerikanischen oder ukrainischen Küche verbinden.

Der Programmbereich Kultur bietet neben Weinseminaren, Mal- und Zeichenkursen auch einen Art-Workshop in Anlehnung an Banksy sowie Kurse für Keramik, Holz und Schmuckgestaltung an. Musische Angebote und naturnahe Erlebnisse wie eine Eselwanderung ergänzen das Portfolio ebenso wie die „Nachbarschaftsküche“, ein Kooperationsprojekt mit der Stadt Velbert und der AOK Rheinland.

Im Bereich Gesellschaft liegt ein Schwerpunkt auf der Familienbildung. In Eltern-Kind-Kursen finden Kochworkshops, Spiel- und Bewegungsangebote sowie Übungen zur Konzentrationsförderung statt. Eltern finden zudem Unterstützung in Vorträgen zu Themen wie Pubertät und Erziehung, während ein „Survival-Workshop“ eine neue Herangehensweise an Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bietet.

Zusätzliche Weiterbildungen behandeln aktuelle Themen wie erneuerbare Energien, Photovoltaik, Wildkräuter oder das richtige Lesen der Nebenkostenabrechnung. Schließlich leistet die VHS weiterhin wichtige Unterstützung in der Grundbildung, die von Alphabetisierungskursen über Deutschunterricht bis hin zum Nachholen von Schulabschlüssen reicht.

Das Heft mit der Kursübersicht zum Frühjahrssemester liegt bereits in den VHS-Geschäftsstellen und an vielen anderen Stellen, wie beispielsweise Kindergärten, Sparkassen und Kirchengemeinden, in den Städten Velbert und Heiligenhaus aus. Auf der VHS-Internetseite wurde das Kursprogramm schon am veröffentlicht.

Führungswechsel bei der VHS Velbert/Heiligenhaus

Bei der VHS hat sich auch personell einiges verändert. In Folge der Kommunalwahl hat sich auch der VHS-Zweckverband neu formiert. Maike Legut ist als Dezernentin für Soziales, Schule und Kultur der Stadt Heiligenhaus zur Verbandsvorsteherin gewählt worden. Sie hat die Nachfolge von Michael Beck angetreten.

Ratsfrau Cordula Prisett (FDP) ist die neue Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung. Die Stellvertretung übernimmt, wie schon in der letzten Legislaturperiode, Liane Marth (Grüne).

Im April steht für die Volkshochschule ein Wechsel an der Spitze an: VHS-Direktor Rüdiger Henseling geht in den Ruhestand. In den Startlöchern steht Laura Jüngst, die das Amt als kommissarische VHS-Direktorin übernimmt.

Nach insgesamt 40 Dienstjahren im öffentlichen Sektor, davon jeweils zwei Jahrzehnte beim Kreis Mettmann und bei der Stadt Velbert, verabschiedet sich Rüdiger Henseling in den Ruhestand. Die vergangenen 15 Jahre leitete er als Direktor die Volkshochschule (VHS) des Zweckverbands der Städte Velbert und Heiligenhaus. Im Rückblick auf seine letzte Zweckverbandsversammlung im vergangenen Dezember zog Henseling eine überaus positive Bilanz. Die Erwachsenenschule stehe wirtschaftlich hervorragend da. So schließe der Jahresabschluss wie gewohnt mit einem positiven Ergebnis im sechsstelligen Bereich ab.

Auch die operative Statistik unterstreicht den Erfolg der Einrichtung. Die Kurse werden laut Henseling ausnahmslos sehr gut besucht. Die Ausfallquote liegt bei lediglich fünf bis acht Prozent, wobei Absagen zumeist auf die Witterung oder Erkrankungen von Dozenten zurückzuführen sind. Nur in sehr wenigen Fällen müssten Kurse mangels Teilnehmerzahl gestrichen werden. Die geringe Ausfallquote wertet der scheidende Direktor als Beleg für die Qualität des Angebots. Im regionalen Vergleich stehe die VHS Velbert/Heiligenhaus damit glänzend da, so Henseling. Benachbarte Zweckverbände wie Mettmann/Wülfrath oder Hilden/Haan blickten teilweise fast neidvoll auf die stabilen Bilanzen.

Ein wesentlicher Faktor für diesen Erfolg ist laut Henseling das gute Verhältnis zu den Lehrkräften. Die VHS genieße unter Dozenten einen ausgezeichneten Ruf, was sich besonders angesichts des demografischen Wandels auszahle. Trotz des Generationenwechsels sei es bisher selten problematisch gewesen, qualifizierte Nachfolger für ausscheidende Lehrkräfte zu finden.

Maike Legut, die neue Zweckverbandsvorsteherin, findet zum Amtsantritt anerkennende Worte. “Ich freue mich darauf, eine derart gut aufgestellte VHS zu übernehmen”, so Legut und lobte das großartige und vielfältige Programm. Besonders hob sie hervor, was Henseling in den vergangenen 15 Jahren aufgebaut habe. Von der modernen Homepage über das effiziente Anmeldeverfahren bis hin zum aktuellen und breit aufgestellten Kursangebot trage alles zur zeitgemäßen Ausstrahlung der Volkshochschule bei. Dass andere Zweckverbände der Region mit Bewunderung auf diesen Standort schauen, könne sie angesichts dieser Entwicklung gut nachvollziehen.