Stephanie Maikwitz und Ingrid Lücke (beide Inner Wheel Club) mit Sara Fischer (Mitarbeiterin der Wohnungslosenhilfe), Jacky Mansch, Katja Wingensiefen (beide Klienten der Wohnungslosenhilfe) und Sylwia Pierucki (Abteilungsleiterin Soziale Dienste der Bergischen Diakonie) mit Winterschutzausrüstung, die von der Spende der Frauenorganisation angeschafft wurde. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Wenn die Temperaturen sinken, wird das Überleben auf der Straße zum Kampf. Während viele Menschen Schutz in Unterkünften suchen, meiden andere diese bewusst – aus Angst vor Gewalt oder unzumutbaren hygienischen Zuständen. Um wohnungslosen Frauen zumindest ein Minimum an Schutz und Wärme zu bieten, hat der Inner Wheel Club Velbert nun 700 Euro an die Wohnungslosenhilfe der Bergischen Diakonie gespendet.


Von der Spende wurden winterfeste Zelte, Isomatten und Schlafsäcke angeschafft. “Wir danken den Frauen von Inner Wheel für ihr großes Engagement”, sagt Sylwia Pierucki, Abteilungsleiterin der Sozialen Dienste Niederberg. “Damit können wir Menschen, die draußen leben, helfen, sich einen eigenen kleinen Schutzraum aufzubauen.”

Die Hilfe ist dringend nötig: Aktuell betreut die Beratungsstelle 479 Menschen, davon 154 Frauen. Pierucki schätzt, dass in Velbert ständig rund 30 Personen ohne festes Dach über dem Kopf im Freien leben – oft versteckt in Wäldern oder Parks.

„Einfach nur dreckig“: Die Not in den Unterkünften

Dass viele Betroffene das Leben im Zelt der städtischen Unterbringung vorziehen, hat Gründe. In Velbert bieten zwei Häuser Platz für insgesamt 13 Personen. Doch die Zustände vor Ort schrecken viele ab. “Es ist eine Katastrophe – einfach nur dreckig”, berichtet eine Betroffene. Während man das eigene Zimmer sauber halten könne, seien gemeinschaftlich genutzte Räume und Sanitäranlagen oft in einem unzumutbaren Zustand.

Hinzu kommt die psychische Belastung. “Es kommen viele Menschen in Lebenskrisen zusammen, Konflikte sind da vorprogrammiert”, erklärt Pierucki. Sprachbarrieren und hohe Frustration führen oft zu Gewalt. Zwar hat die Stadt reagiert und die Unterbringung mittlerweile geschlechtsspezifisch getrennt, doch das Sicherheitsgefühl bleibt gering. “Es ist fast unmöglich, dort zur Ruhe zu kommen”, bestätigt Jacky Mansch aus eigener Erfahrung. Sie wünscht sich eine Aufsichtsperson vor Ort. Doch das sei nicht Aufgabe des Trägers, so Pierucki – für die Sicherheit seien, wie im restlichen Stadtgebiet, das Ordnungsamt und die Polizei zuständig.

Jahrzehntelange Verbundenheit

Die aktuelle Spende ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer tiefen Verbundenheit. Seit über 20 Jahren unterstützt der 1994 gegründete Inner Wheel Club Velbert die Bergische Diakonie. Ob beim Betreuten Wohnen, mit Weihnachtspräsenten oder eben der lebenswichtigen Winterhilfe – die derzeit 34 Mitglieder stehen verlässlich an der Seite wohnungsloser Frauen.

Über Inner Wheel

Inner Wheel ist eine der weltweit größten internationalen Frauen-Service-Organisationen. In Deutschland engagieren sich über 8.000 Frauen in rund 220 Clubs für soziale Projekte und den Dienst am Nächsten.