
Heiligenhaus. Am Montag, 2. Februar, rücken die Bagger an. Die markanten Kornspeicher am Panorama-Radweg in Heiligenhaus werden abgerissen, um Platz für Neues zu schaffen. Für einen Sommer könnte sich das Areal in einen Stadtstrand verwandeln.
Wo heute noch Industrieruinen das Stadtbild prägen, soll bis Mitte 2028 ein moderner Neubau entstehen, der in seiner Kubatur bewusst an die historischen Speicher erinnert. Das rund 2.500 Quadratmeter große Areal zwischen der Kaffeerösterei und der Moschee wurde erst im Dezember von der Stadt an die städtische Bau- und Immobiliengesellschaft übertragen.
Die Pläne für die künftige Nutzung sind bereits weit fortgeschritten. Im Erdgeschoss soll ein Wirtshaus mit Außengastronomie angesiedelt werden, wofür laut Bürgermeister Björn Kerkmann bereits eine größere Brauereigruppe Interesse bekundet hat. In den drei oberen Geschossen ist “stilles Gewerbe” wie Büros oder Arztpraxen vorgesehen. Im Außenbereich sollen ausreichend Parkmöglichkeiten geschaffen werden.
Der Abriss selbst ist vollständig vorbereitet und wird voraussichtlich acht bis zehn Wochen in Anspruch nehmen. Besondere Umweltbelastungen auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände werden nicht erwartet. Die größte Herausforderung stellten bisher rund 500 Kilogramm Vogelkot dar, die bereits durch eine Spezialfirma entfernt wurden. Während der Abrissarbeiten soll es weder für den Verkehr auf der Westfalenstraße noch für Fußgänger und Fahrradfahrer auf dem Panoramaweg zu Einschränkungen kommen.
Da das neue Gebäude soll nach aktuellem Planungsstand Mitte 2028 fertiggestellt sein. Dadurch ergibt sich eine Übergangszeit für die die Stadt eine kreative Zwischenlösung begrüßen würde. So könnte im kommenden Sommer ein Stadtstrand das Areal beleben. Laut Bürgermeister Kerkmann gibt es hierfür bereits erste Interessenten, die das Gelände bespielen wollen.
Nicht gerettet wird der alte Eisenbahnwaggon, der bisher das Bild vor dem Kornspeicher prägte. Auch wenn der Standort am ehemaligen Bahnhof bisher durchaus passend erschien, ist der Waggon laut Kerkmann nicht von historischer Bedeutung. Es habe Überlegungen gegeben, ihn per Kran auf die andere Seite des Radwegs zu stellen, so Kerkmann. Doch eine genauere Begutachtung habe ergeben, dass der Wagen “komplett” marode” ist und nicht mehr zu einem vertretbaren Aufwand bewegt werden kann.
Der Kornspeicher diente von 1965 bis 2007 als Kornsilo auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände. Die Stadt Heiligenhaus verfolgt schon seit Jahren das Ziel, das Arial einer neuen Nutzung zuzuführen. Mit dem nun beginnenden Abriss und den Plänen für das neue Bürogebäude, das durch einen Bauträger erreichtet werden soll, scheint dieses Ziel nun in greifbare Nähe zu rücken. In etwas mehr als zwei Jahren könnte wieder neues Leben in dem zur Zeit abgesperrten Areal pulsieren.

