Pat Faßbender-Kress, Rosa Maria Kaleja und Christian Wiglow von der SPD Ratingen, Bild: Alexander Heinz
Pat Faßbender-Kress, Rosa Maria Kaleja und Christian Wiglow von der SPD Ratingen, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ratingen macht Druck beim seit Jahren angekündigten Lärmschutz an der Westbahn im Bereich der Haarbach-Höfe. Für die nächste Sitzung des Bezirksausschuss Mitte beantragt die Fraktion einen Sachstandbericht der Verwaltung – inklusive belastbarer Zeitschiene und Darstellung, welche Handlungsoptionen der Stadt noch zur Verfügung stehen.


Hintergrund sind aus Sicht der SPD anhaltende Verzögerungen trotz früherer Zusagen. „Seit Jahrzehnten warten die Menschen in den Haarbach-Höfen auf einen wirksamen Schutz vor dem Bahnlärm. Es gab Ratsbeschlüsse, Zusagen und Ankündigungen – doch passiert ist bis heute nichts“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Wiglow in der Pressemitteilung. Die Lage sei für die Betroffenen nicht mehr nachvollziehbar und politisch nicht hinnehmbar.

Die Stadt hatte nach Darstellung der SPD in der Vergangenheit wiederholt auf Terminverschiebungen und sogenannte Sperrpausen hingewiesen – Zeitfenster, in denen Bauarbeiten an der Bahnstrecke möglich sind. SPD-Ratsmitglied Rosa-Maria Kaleja verweist dabei auf eine Aussage der Verwaltung im Haupt- und Finanzausschuss am 20. Mai 2025: Demnach seien Sperrpausen vom 16. Juni bis zum 27. Oktober 2025 vorgesehen gewesen, um notwendige Tiefbauarbeiten umzusetzen. „Bekanntlich ist das Jahr 2025 inzwischen vorbei – realisiert wurde der Lärmschutz trotzdem nicht“, so Kaleja.

Für zusätzlichen Unmut sorgt aus Sicht der SPD eine Auskunft aus der Sitzung des Bezirksausschusses Mitte am 4. Dezember 2025. Dort sei auf Nachfrage mitgeteilt worden, es gebe „nichts Neues zu berichten“. Als Begründung sei ein laufendes Insolvenzverfahren genannt worden, das auch die Stadt Ratingen betreffe. Welche konkreten Folgen das für den Lärmschutz habe, sei jedoch bislang nicht transparent gemacht worden.

Genau diese Intransparenz kritisiert die SPD scharf. Kaleja spricht von einem „Schlag ins Gesicht“ für die Anwohnerinnen und Anwohner. Es gehe nicht um eine technische Nebensache, sondern um „Lebensqualität und Gesundheit“. Statt weiterer Ausreden brauche es endlich Verlässlichkeit – also klare Aussagen, ob die Maßnahme noch gesichert ist, welche Schritte als Nächstes anstehen und in welchem Zeitrahmen eine Umsetzung realistisch ist.

Auch Fraktionschef Wiglow warnt vor politischen Folgeschäden: Wenn Zusagen immer wieder nicht eingehalten und notwendige Maßnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben würden, leide das Vertrauen in staatliches Handeln – „unabhängig davon, wer am Ende die Verantwortung trägt“. Gleichzeitig zielt der Antrag der SPD auch auf die Rolle externer Akteure: In der Mitteilung werden als Gründe für die Verzögerungen unter anderem Abläufe bei der Deutsche Bahn genannt.

Mit dem beantragten Tagesordnungspunkt will die SPD-Fraktion nach eigenen Angaben Klarheit schaffen, ob und wie die Umsetzung des Lärmschutzes an der Westbahn noch möglich ist – und vor allem, wann. „Die Menschen in den Haarbach-Höfen haben ein Recht darauf zu wissen, wie es weitergeht – und wann“, so Wiglow abschließend.