
Velbert. Mit regem Andrang ist am Sonntag die Vesperkirche in der Christuskirche gestartet. Eine Woche lang heißt es nun jeden Abend ab 17 Uhr: Programm, Begegnung und ein gemeinsames Mahl auf Einladung des Evangelischen Kirchenkreis Niederberg.
Bereits zum zweiten Mal dient die Christuskirche als Schauplatz für dieses besondere Format. Nach dem Eröffnungsgottesdienst blieben die meisten Besucher direkt vor Ort, um das Drei-Gänge-Menü zu genießen. Gastronom Kai-Uwe Stachelhaus war mit seiner Frau Michaela und Mitarbeiter Dirk Naurath persönlich präsent, um gemeinsam mit rund 33 ehrenamtlichen Helfern die Bewirtung der Gäste zu übernehmen.
Umbau für die Gemeinschaft
In der zur „Vesperklause“ umfunktionierten Kirche stehen exakt 92 Sitzplätze zur Verfügung. Um Platz für die Tischreihen zu schaffen, wurden die teils neun Meter langen Kirchenbänke von den Helfern entweder seitlich gelagert oder geschickt in die neue Bestuhlung integriert. So sind gemütliche Reihen entstanden, die nicht nur zum Essen, sondern vor allem zum Austausch mit dem Banknachbarn einladen – ein Kernanliegen der Vesperkirche.
Der ehemalige Superintendent Jürgen Buchholz, der die erste Vesperkirche in Velbert und Wülfrath einst ins Leben rief, erinnert sich an das Motto: „Vielfalt unterm Kirchendach“. Aufgrund des enormen Zuspruchs bei der Premiere war schnell klar, dass die Veranstaltung in Niederberg Tradition werden würde. In diesem Jahr findet sie bereits zum achten Mal statt.
Mehr als nur ein Abendessen
Das Konzept ist seit den Anfängen unverändert: Im Zentrum steht ein kostenloses Drei-Gänge-Menü, bei dem auch vegetarische oder Halal-Varianten angeboten werden. Das Küchenteam ist darauf vorbereitet, allabendlich 160 bis 200 Mahlzeiten auszugeben. Doch die Vesperkirche versteht sich nicht als reine Essensausgabe. Ein Rahmenprogramm, das von lokalen Organisationen und Vereinen mitgestaltet wird, sorgt für kulturelle und gesellschaftliche Impulse. Siehe auch: Vesperkirche in Velbert: Drei-Gänge-Menü, Tanzabende und Hilfsangebote.
Humorvoller Impuls zur Eröffnung
Den inhaltlichen Akzent am Eröffnungsabend setzte Pfarrer Dieter Jeschke mit dem „Wort zur Mitte des Abends“. Anhand einer humorvollen Geschichte über eine Silberhochzeit und eine Fee verdeutlichte er, dass Veränderungen oft bei einem selbst beginnen.
In der Erzählung wünscht sich ein Ehemann, seine Frau möge 30 Jahre jünger sein als er. Die Fee erfüllt den Wunsch prompt – allerdings ist am Ende nicht die Frau 30, sondern der Mann 90 Jahre alt. Jeschkes Fazit: Veränderungen haben stets Konsequenzen für das eigene Leben. Oft fordere man Wandel von anderen, dabei liege der Schlüssel zur Veränderung meist bei einem selbst.
Und mit Veränderung hat sicherlich auch die Vesperkirche zu tun. Denn die Veranstaltung ist eine gute Gelegenheit, Kirche einmal auf eine andere Art kennenzulernen als bei den üblichen Gottesdiensten. Die Wandlung ist sicherlich ein wichtiger Teil des Erfolgs der Vesperkirche.

