
Velbert. Mit einem lebendigen Festakt, an dem zahlreiche Gruppen der Schulgemeinschaft aktiv mitwirkten, feierte die Gesamtschule Velbert-Mitte (GVM) ihr 40-jähriges Bestehen. Statt trockener Reden prägten Tanz, Musik und emotionale Rückblicke das Jubiläum in der vollbesetzten Aula.
Den Auftakt gestaltete Schulleiterin Antje Häusler zunächst klassisch mit einer Begrüßung. Doch der angekündigte 60-minütige Abriss der Schulgeschichte wurde prompt unterbrochen: Zwei Schülerinnen mit eigenen Plänen kaperten die Bühne. Das Ergebnis war ein furioser Startschuss: Eine dynamische Choreographie der Musical-AG und des Fachbereichs „Darstellen und Gestalten“ entfachte unter dem Titel „Let’s dance 40 Jahre GVM“ wahre Begeisterungsstürme im Publikum.
Ganz ohne Worte ließ es die Schulleiterin dann aber doch nicht bewenden. Häusler betonte die zentrale Bedeutung der Gemeinschaft: Seit vier Jahrzehnten werde die GVM von Menschen geprägt, die das Schulleben aktiv weiterentwickeln. Auch der Schulname selbst sei Programm: „Die Gesamtschule Velbert-Mitte befindet sich räumlich in der Mitte der Stadt, vereint in ihrer Schüler-, Lehrer- und Elternschaft die Mitte der Gesellschaft und positioniert sich auch genau so. Hier wird die Vielfalt gelebt, die in unserer Gesellschaft eigentlich überall gelingen sollte.“
Ein junges Moderatorinnenteam führte launig durch das Programm, das durch Quizfragen für die Ehrengäste einen roten Faden erhielt. Unter den Gästen befanden sich neben Schulleitungen benachbarter Schulen auch Schuldezernentin Sandra Ernst und Bürgermeister Dirk Lukrafka.
Auf die Frage, was er mit der GVM verbinde und ihr für die Zukunft wünsche, antwortete Lukrafka prompt: „Selbstbewusstsein und Mut.“ Er würdigte die Schule als fest verwurzelte, aber zukunftsorientierte Institution. Der starke Zusammenhalt sorge für Vertrauen und eine exzellente Vernetzung in der Stadt. „Die Schule ist einfach total stark“, so der Bürgermeister mit Blick auf die stabilen Anmeldezahlen: „Die Schüler entscheiden sich bewusst dafür, die Eltern und die Lehrer ebenso.“
Von den schwierigen Anfängen zum Erfolgsprojekt
Natürlich kam auch die Historie nicht zu kurz. Birgit Wörffel kam zwei Jahre nach Schulgründung zur GVM und blieb bis 2020 als Oberstufenleiterin. Sie erinnerte an die hürdenreiche Geburtsstunde der Schule. Die Gründung wurde damals im Rat mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur einer Stimme beschlossen. Zudem mussten sich die Gesamtschule und das Geschwister-Scholl-Gymnasium drei Jahre lang ein Gebäude teilen – eine Zeit, die von Spannungen geprägt war.
„Mancher Gymnasiallehrer ist damals bewusst grußlos an mir vorübergegangen“, berichtete Wörffel. Mit dem Umzug des Gymnasiums nach Birth konnte die Gesamtschule ihren heutigen Standort vollständig für sich beanspruchen und wuchs zu einer festen Größe heran. Die Zeiten ursprünglicher Skepsis sind längst Geschichte.
Dass sich die Schülerschaft „pudelwohl“ fühlt, unterstrich der Schulchor mit einer eigens getexteten Version des Velbert-Liedes: „V-E-L-B-E-R-T, weil ich gern durch Velbert geh’, mir macht die Schule wirklich Spaß und lernen tut man auch noch was.“
Nach dem kurzweiligen Programm, gipfelte die Feier in einem großen Flashmob aus Schülern, Lehrern und Gästen. Mit diesem bewegten Höhepunkt leitete die GVM über zum gemütlichen Teil des Empfangs am Buffet.

