
Velbert. Es war der traditionelle Auftakt für die Stadtfestsaison in Velbert, doch in diesem Jahr bleibt es ruhig: Das Stadtmarketing streicht das Europafest aus dem Kalender. Statt des großen Schaulaufens der Vereine und den Begegnungen mit Gästen aus den Partnerstädten soll ein neues Konzept den Einzelhandel gezielter unterstützen.
Das Europafest lockte in der Vergangenheit regelmäßig tausende Besucher in die Velberter Innenstadt. Maßgeblichen Anteil daran hatten die lokalen Vereine und Organisationen, die mit zahlreichen Ständen, Aktionen und einem stundenlangen Bühnenprogramm für Leben in der City sorgten. Doch trotz der hohen Besucherfrequenz zieht das Stadtmarketing nun die Reißleine.
Umsatz blieb hinter den Erwartungen zurück
Der entscheidende Faktor für das Aus ist ausgerechnet der einstige Publikumsmagnet: der verkaufsoffene Sonntag. Laut Stadtmarketingchef Thorben Bühring haben Umfragen und Gespräche mit dem lokalen Einzelhandel ergeben, dass die volle Innenstadt nicht mit entsprechenden Umsätzen korrelierte. Viele Gäste nutzten den Tag lediglich zum Bummeln und Schauen, ohne jedoch in den Geschäften einzukaufen.
Angesichts des enormen Aufwands – insbesondere für die Sicherung der Zugänge zur Festmeile und die Personalkosten für den Sonntagseinsatz – sei die Rechnung für die Händler schlicht nicht mehr aufgegangen. Das Stadtmarketing entschied sich daher aktiv für eine Neuausrichtung.
Neues Format: „Late Night“ statt Lichterglanz
Als Ersatz fungiert die „Velberter Late Night“, bei der die Geschäfte bis in die Abendstunden öffnen. Das Konzept lehnt sich teilweise an die im Vorjahr schon entfallenen „Velbert Lichter“ an, verzichtet jedoch auf kostspielige Lichtinstallationen.
Das Ziel der Late Night ist klar definiert: „Das Geschehen soll sich mehr in die Geschäfte verlagern“, so Bühring. Ein zentrales Gewinnspiel soll die Kunden dazu animieren, möglichst viele verschiedene Ladenlokale aufzusuchen. Das Programm findet dabei primär in den Geschäften selbst statt, um einen direkten Kaufanreiz zu schaffen.
Verkaufsoffener Sonntag beim Schlangenfest und beim Weihnachtsmarkt
Trotz der Absage des Europafestes hält das Stadtmarketing an zwei verkaufsoffenen Sonntagen in diesem Jahr fest. Diese sind an das beliebte Schlangenfest sowie an den Weihnachtsmarkt gekoppelt.
Leidtragend sind jedoch die Vereine, denen durch den Wegfall des Europafestes eine wichtige Plattform zur Selbstdarstellung und zur Aufbesserung der Vereinskasse verloren geht. Als Alternative verweist Stadtmarketing auf das Parkfest, bei dem die Vereine in diesem Jahr die Gelegenheit erhalten, sich und ihr Angebot der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Wer am zweiten Maiwochenende eine Shopping-Gelegenheit sucht, kann sich übrigens in die Nachbarschaft aufmachen: In Heiligenhaus wird Frühlingsfest gefeiert – mit verkaufsoffenem Sonntag (Infos siehe unten).
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